Ärzte Zeitung online, 05.01.2010

Meeresforschung hilft Medizin bei der Früherkennung von Osteoporose

KIEL (eb). Ein von Kieler Meeresforschern entwickeltes Analyseverfahren dient eigentlich der Rekonstruktion der Geschichte der Ozeane, kann aber auch für den Menschen nützlich sein. Die neue, nicht-invasive Methode könnte die Früherkennung der Osteoporose entscheidend erleichtern und verbessern.

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Gesundes (li) und durch Osteoporose geschädigtes (re) Knochengewebe.

Foto: Osteoporose Zentrum Frankfurt - Niederrad

Ausgangspunkt der Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) waren Isotopenmessungen verschiedener Elemente. Dabei werden Proben aus den Sedimenten der Ozeane im sogenannten Massenspektrometer analysiert. "Das Verhältnis verschiedener stabiler Metallisotope ist für uns ein wichtiger Indikator für Klimaparameter wie zum Beispiel die Temperatur", erläutert Professor Anton Eisenhauer vom IFM-GEOMAR. Unter anderem wird dabei auch Kalzium untersucht, ein für die Knochenstabilität entscheidendes Mineral.

Hier treffen sich nun Meeresforscher und Mediziner. "Wir können die Isotopenverhältnisse des Kalziums hochpräzise messen", so Eisenhauer. "Die Mediziner sagen uns, dass solche Verhältnisse Rückschlüsse auf Störungen des menschlichen Kalziumkreislaufes zulassen". Dabei weist die Ausscheidung "schwerer" Kalzium-Isotope auf einen Mangelzustand hin, das Ausscheiden "leichter" Kalzium-Isotope dagegen auf einen Wachstumsprozess (Bone, online vorab, Dezember 2009).

Zur Früherkennung der Osteoporose müssten daher lediglich die Isotopenverhältnisse des Kalziums im Urin eines Patienten bestimmt werden. Erste Pilotversuche mit dem neuen Verfahren verliefen sehr vielversprechend. Nun müssen diese in einer groß angelegten klinischen Studie fortgesetzt werden.

Zum Abstract der Originalpublikation "A pilot study on the use of natural calcium isotope (44Ca/40Ca) fractionation in urine as a proxy for the human body calcium balance"

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