Ärzte Zeitung online, 18.08.2010

Hohes Gewicht, schwache Knochen

Kindliche Adipositas mindert die Knochenmasse und erhöht das Frakturrisiko

AUGUSTA (hub). Wer als Kind bereits viel Bauchfett hat, dem brechen später eher die Knochen. Der Grund dafür ist eine verringerte Knochenmasse, die durch eine schlechte Blutzuckeregulation verursacht wird.

Hohes Gewicht, schwache Knochen

Viel Körperfett bereits im Kindesalter lässt die Knochenmasse schwinden.

© pixelcarpenter / fotolia.com

Zu diesem Schluss kommt eine US-Studie mit 140 übergewichtigen Sieben- bis Elfjährigen, die kaum Sport machten und sich insgesamt nur wenig bewegten. Jeder Dritte zeigte eine schlechte Blutzuckerregulation, was mit einem Knochenmasseverlust von vier bis fünf Prozent verbunden war. Das teilt das Medical College von Georgia (MCG) in den USA mit.

Die Studie gebe damit einen ersten Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen kindlicher Adipositas und einem erhöhten Frakturrisiko. Zwar hätten übergewichtige Kinder im Vergleich zu normalgewichtigen häufig eine erhöhte Knochenmasse, diese sei aber nicht ausreichend, das mehr an Gewicht zu kompensieren.

"Hohes Gewicht, schwache Knochen" - so einfach sei die Sache dann allerdings doch nicht, sagt der Knochenexperte Dr. Norman Pollock vom MCG. Es gehe vielmehr um die Verteilung des Körperfetts. So hätten Menschen mit Prädiabetes mehr Körperfett im Bereich des Abdomens.

Besonders das viszerale Fettgewebe ist mit Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen verbunden. Auch in der MCG-Studie war viel viszerales Fett mit niedriger Knochenmasse verbunden, gleichmäßig verteiltes Fettgewebe jedoch mit höherer Knochenmasse.

Die besten Möglichkeiten, die Knochen zu stärken und einer Osteoporose vorzubeugen, bestehen im Kindesalter, bevor die Fähigkeit zum Knochenaufbau nachlässt. Sport sei die beste Sache, Knochengesundheit und Gesundheit allgemein zu fördern, so die US-Kollegen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »