Ärzte Zeitung online, 08.10.2010

In den Wintermonaten hat jede dritte Frau einen schweren Vitamin-D-Mangel

MÜNCHEN (ikr). In den Wintermonaten ist ein Vitamin-D-Mangel bei Frauen in Deutschland einer aktuellen Studie zufolge sehr häufig, und zwar nicht nur bei Frauen in der Postmenopause.

In den Wintermonaten hat jede dritte Frau einen schweren Vitamin-D-Mangel

Einer der Gründe für Vitamin-D-Mangel im Winter: zuwenig Sonne.

© drubig-photo / fotolia.com

Eine Arbeitsgruppe der Universitätsklinik Heidelberg hat während einer Wintersaison zwischen Ende Oktober und Anfang April bei 209 Patientinnen die Serum-25-Hydroxy (OH) D3-Spiegel mit Hilfe eines Standard-Assays bestimmt. Bei dem gemessenen Wert handelt es sich um die Hauptform des Vitamin D in der Zirkulation.

Die Frauen waren zwischen 14 und 86 Jahre alt (Median 54 Jahre). Sie waren überwiegend wegen menopausaler Beschwerden oder Zyklusstörungen in die Ambulanz der Universitätsklinik gekommen.

Die Ergebnisse haben die Heidelberger Forscher jetzt bei der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in München vorgestellt. Demnach hatten etwa 75 Prozent aller untersuchten Frauen einen Vitamin-D-Mangel, das heißt eine Serumkonzentration von unter 20 ng/ml. Und nahezu jede dritte Frau hatte einen schweren Vitamin-D-Mangel mit Werten unter 10 ng/ml. Im Mittel lagen die Vitamin-D-Spiegel bei 14,9 ng/ml.

Die Verteilung der Serumkonzentration war bei prä-, peri- und postmenopausalen Frauen jedoch ähnlich. Das bedeutet: Ein Vitamin-D-Mangel ist während der Wintermonate offenbar in allen Altersgruppen häufig.

Eine Vitamin-D-Mangel erhöht nicht nur das Risiko für Stürze und Knochenfrakturen, sondern auch das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen sowie für Erkältungskrankheiten. Durch orale Einnahme eines Vitamin-D-Präparates lässt sich ein Mangel leicht beheben.

Zur Prävention von Osteoporose-bedingten Frakturen wird in der aktuellen S3-Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) die tägliche orale Einnahme von 800 bis 2000 IE empfohlen. Die Messung des Vitamin-D-Spiegels ist derzeit jedoch ein IGeL-Angebot. Angesichts des großen individuellen Nutzens einer guten Vitamin-D-Versorgung gibt es aber gute Gründe, Patienten diese Untersuchung ans Herz zu legen.

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