Ärzte Zeitung, 11.05.2012

Früher in den Wechseljahre, doppeltes Osteoporoserisiko

Je später die Wechseljahre beginnen, desto niedriger ist das Osteoporoserisiko, bestätigen aktuelle Daten.

MALMÖ (ple). Bisherige Studien hatten bereits Hinweise darauf erbracht, dass das Risiko für Osteoporose und osteoporosebedingte Frakturen sowie das Mortalitätsrisiko im Alter umso höher sind, je früher die Menopause beginnt.

Es handelte sich aber oft um retrospektive Studien mit zu kurzer Laufzeit. Erstmals konnte dieser Zusammenhang nun in einer prospektiven Langzeitstudie über 34 Jahre bestätigt werden.

An der Malmö Perimenopausal Study, einer prospektiven bevölkerungsgestützten Beobachtungsstudie, haben insgesamt 390 Frauen teilgenommen, die zu Studienbeginn 48 Jahre alt waren (BJOG 2012, online 25 April).

Als früher Eintritt in die Menopause wurde der Beginn vor dem 47. Lebensjahr definiert. Bei 61 Frauen der Studie war das der Fall. In dieser Gruppe hatte die Menopause im Median mit 42 Jahren begonnen.

Studie liegt WHO-Definition von "Wechseljahren" zugrunde

Für "Menopause" wurde die WHO-Definition verwendet, also eine anhaltende Amenorrhö über mindestens zwölf Monate.

Orthopäden um Dr. Ola Svejme von der Skåne-Universität in Malmö maßen die Knochenmineraldichte als Osteoporose-Parameter, als die Frauen 48 und 77 Jahre alt waren.

Dazu wurde die "single photon absorptiometry" (SPA) am Unterarm verwendet. Im Alter von 77 Jahren erfolgte die Dichtemessung zusätzlich mit einem DXA-Scan (dual energy X-ray absorptiometry) der Hüfte und der Wirbelkörper.

Im Alter von 77 Jahren hatten 15 von 27 Frauen (56 Prozent) mit frühem Beginn der Menopause eine Osteoporose, dagegen nur 52 von 171 (30 Prozent) der Frauen mit spätem Menopausebeginn.

Das entspricht einem relativen Risiko von 1,83. Zudem war bei frühem Menopausebeginn die Frakturinzidenz mit 19,45 pro 1000 Personenjahre signifikant höher als in der Vergleichsgruppe mit 11,6 pro 1000 Personenjahre.

Schließlich war auch die Sterberate in der Gruppe der Frauen mit frühem Menopausebeginn mit 52,4 Prozent deutlich höher als in der Vergleichsgruppe mit 35,2 Prozent.

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