Ärzte Zeitung, 13.01.2015

Münster

Preis für Forschungen zu Osteoporose

MÜNSTER. Der münsterische Mediziner Dr. Daniel Umlauf hat für seine Doktorarbeit, die mögliche neue Behandlungsmöglichkeiten bei Osteoporose aufzeigt, den Promotionspreis der Medizinischen Fakultät der Universität Münster erhalten.

Der mit 2500 Euro dotierte Preis wird vom Unternehmen Pfizer gestiftet, wie die Universität mitteilt. Umlauf und sein Team vom Institut für experimentelle muskuloskelettale Medizin hat bei Mäusen das Gen ausgeschaltet, das für die Produktion des Proteins TRPC1 verantwortlich ist.

Das Ergebnis der Experimente: Die Knockout-Mäuse verlieren weniger Knochenmasse als ihre genetisch intakten Artgenossen, wenn beide Mäusegruppen unter Östrogenmangel leiden.

Die Erklärung: Ein Osteoklast besteht aus bis zu mehr als 20 Vorläuferzellen. Je mehr dieser großen Osteoklasten es gibt, desto mehr Knochenmaterial kann resorbiert werden.

Bei den Knockout-Mäusen ist die Bildung großer Osteoklasten mit mehreren Zellkernen gestört: Wenn eine Maus kein TRPC1 produziert, wandern die Zellen langsamer und weniger, außerdem verschmelzen sie seltener. Der Knochenschwund ist dadurch geringer.

Die Untersuchungen zur Zellwanderung führte Umlauf am Institut für Physiologie II unter Leitung von Professor Albrecht Schwab durch.

Falls sich die Ergebnisse auf Menschen übertragen lassen, könnte das langfristig neue Osteoporose-Behandlungen ermöglichen, indem TRPC1 gezielt blockiert wird.

Für Umlauf, der derzeit als Assistenzarzt in Dortmund arbeitet, ist er nicht die erste Auszeichnung durch die Medizinische Fakultät: Schon 2012 gewann der gebürtige Oelder beim "Science Day" der Fakultät einen Award zum gleichen Forschungsthema. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »