Rheuma

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Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

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Ärzte Zeitung, 04.10.2005

Enzym entdeckt, das bei Arthritis Knorpel zerstört

MELBOURNE (lit). Australische Forscher haben vor kurzem ein Schlüsselenzym entdeckt, das ursächlich an der Zerstörung von Knorpel bei Arthritis beteiligt ist.

Das Team um Dr. Amanda Fosang von der Universität von Melbourne und vom Murdoch's Childrens Research Institute hat das Knorpel-zerstörende Molekül mit der Bezeichnung ADAMTS5 im Tierversuch mit Mäusen entdeckt (Nature 434, 2005 648). ADAMTS5 vernichtet das Aggrecan-Molekül, ein wichtiger Bestandteil der Knorpelsubstanz.

Neuer Angriffspunkt für die Therapie

Bisher war nicht bekannt, welches Enzym Aggrecan bei rheumatoider Arthritis abbaut. In den Versuchen, in denen die Aktivitäten von verschiedenen Enzymen bei Mäusen analysiert wurden, sei entdeckt worden, daß das Enzym ADAMTS5 maßgeblich an der Zerstörung von Aggrecan beteiligt ist, so Fosang.

Dies bedeute auch, daß ADAMTS5 ein geeigneter Angriffspunkt für die Entwicklung neuer Medikamente sein könnte, die die Auflösung von Knorpel bei Arthritis aufhalten sollen. Künftig will Fosang klären, wodurch ADAMTS5 aktiviert und deaktiviert wird und warum es bei Arthritis so bedeutsam ist.

Bei Patienten mit Arthritis fehlt ausreichend Aggrecan

Ein besonderes Merkmal bei Gelenkserkrankungen wie rheumatoider Arthritis ist der Mangel an Aggrecan. Normalerweise unterliegt Knorpelgewebe ständigen aufbauenden und abbauenden Prozessen. Dabei herrscht ein ausgewogenes Verhältnis von Auf- und Abbau des Knorpelgewebes.

Bei der rheumatoiden Arthritis ist dieses Gleichgewicht gestört. Wie die Forscher herausfanden, baut ADAMTS5 wesentlich mehr Aggrecan ab, als neu gebildet wird. Schwindet es weiter, so werden die Knorpelschichten schwächer, und die Gelenke beginnen zu schmerzen.

Aggrecan ist vor allem für die Elastizität des Knorpels erforderlich. Damit Gelenkknorpel über viele Jahrzehnte reißfest und elastisch, also funktionstüchtig bleibt, ist ein Geflecht aus zähen Fasern, den Kollagenfibrillen nötig. In dieses Knorpelgeflecht werden zudem Makromoleküle, Proteoglykane, eingelagert, so daß eine Knorpelmatrix entsteht.

Dort ist das Aggrecan am häufigsten. Es macht etwa zehn Prozent des Gewichtsanteils von Knorpel aus. Kollagenfasern und Aggrecan sorgen dafür, daß der Knorpel dauerhaft Stöße abfangen kann: Das Geflecht ist in der Lage, sich wie ein Schwamm mit Wasser vollzusaugen.

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