Rheuma

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Modul: Medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis und ihrer Komorbiditäten

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Ärzte Zeitung, 12.10.2005

Neues Manual erleichtert Rheumatherapie

Experten empfehlen TNF-alpha-Blocker erst nach mindestens zwei anderen Behandlungsversuchen

BERLIN (grue). Das jetzt von Hausärzten und Rheumatologen gemeinsam herausgegebene Manual "Entzündliche Gelenkerkrankungen" hat mehrere Ziele: Rheuma-Patienten sollen früher eine vom Facharzt festgelegte Basistherapie erhalten und ihre Langzeitbetreuung soll besser koordiniert werden. So sollen Remissionen der Krankheit schneller und häufiger erreicht und danach erhalten werden.

Patient im frühen Stadium einer rheumatoiden Arthritis. Die Fingergelenke sind geschwollen.

Patient im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung mit deutlichen Gelenkfehlstellungen. Fotos (2): Dr. Edmund Edelmann

Die Betreuung von Patienten mit entzündlichen Gelenkerkrankungen sei noch nicht optimal. Daran erinnerte Dr. Diethard Sturm vom Deutschen Hausärzteverband bei der Vorstellung des Manuals in Berlin. Eine wichtige Ursache ist für ihn die ungenügende Kooperation zwischen Ärzten. "Lange Wartezeiten auf einen Termin beim Spezialisten lassen den Hausarzt resignieren", sagte Sturm.

Für Dr. Edmund Edelmann vom Berufsverband Deutscher Rheumatologen liegt die kompetente Frühüberweisung und Langzeitbetreuung von Patienten mit chronisch-entzündlichen Rheuma-Formen beim Hausarzt. "Mehr als viertel- bis halbjährliche Besuche beim Rheumatologen sollten nicht die Regel sein", sagte Edelmann.

Dagegen sei der internistische Rheumatologe primär für das kritische frühe Krankheitsstadium zuständig. Diese Phase dauere höchstens drei Monate nachdem erste Beschwerden aufgetreten sind, sagte Edelmann. Danach gelinge es deutlich seltener, die weitere Zerstörung der Gelenke zu stoppen.

Rheumatologen würden die Patienten gern früher sehen, übernähmen derzeit aber oft eher die Langzeitbetreuung. Edelmann verbindet deshalb mit der Herausgabe des Manuals den Wunsch, das Intervall zwischen dem ersten Besuch beim Hausarzt und dem Beginn der fachärztlich gestützten rheumatologischen Basistherapie auf wenige Wochen zu verkürzen.

Im Normalfall, wie in dem vom Unternehmen Wyeth aufgelegten Handbuch beschrieben, stellen Hausärzte die Verdachtsdiagnose rheumatoide Arthritis und behandeln in der Regel zunächst symptomatisch mit NSAR und Analgetika. Hausärzte sollten nur in Einzelfällen Kortikosteroide verordnen und nur in Dosierungen von weniger als 15 mg Prednison pro Tag, um das Krankheitsbild nicht zu verschleiern, so Edelmann.

Bei anhaltenden Beschwerden wird umgehend zum Rheumatologen überwiesen, der die Diagnose stellt und die weitere Therapie einleitet. "Schon initial kommen heute auch Kombinationstherapien in Frage", so Edelmann. Moderne, von den Patienten früh nachgefragte Medikamente wie TNF-alpha-Blocker dürften aber erst nach mindestens zwei anderen Behandlungsversuchen verordnet werden.

Das Manual gibt es zum Preis von 15 Euro bei Kybermed, Fax: 0 25 72 / 93 54 44.

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