Rheuma

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Modul: Medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis und ihrer Komorbiditäten

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Ärzte Zeitung, 19.02.2007

Trotz Rheumas in die Berge - die richtige Sportart ist entscheidend

Studien belegen positiven Effekt von Muskeltraining für Rheuma-Patienten

GARMISCH (grue). Auch Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) dürfen Sport treiben - zum Beispiel Wintersport, vorzugsweise Skilanglauf. Die sportliche Belastung orientiert sich an der Krankheitsaktivität und dem Grad der funktionellen Einschränkung. Bei vasomotorischen Komplikationen wie Raynaud-Syndrom oder bei Kollagenosen ist Wintersport allerdings wegen des Kältereizes verboten.

Skilanglauf ist auch für Patienten mit Rheumatoider Arthritis geeignet. Richtig praktiziert hält Sport beweglich und mindert Schmerzen. Foto: dpa

In Deutschland gibt es etwa 800 000 RA-Patienten, von denen viele Sport treiben könnten. Nach einer Umfrage unter 160 Patienten mit RA im Frühstadium tun dies auch 86 Prozent. Das berichtete Dr. Diethard Kaufmann aus Oberammergau. "Sport erhält die Funktion der Gelenke, steigert die Mobilität, mindert Fehlstellungen, beugt Kontrakturen vor und lindert den Schmerz", fasste der Rheumatologe die Vorteile regelmäßigen Sports zusammen. Er empfehle Rückenschwimmen, Radfahren und Wandern - und für Geübte auch mäßiges Lauftraining, im Winter auch Skilanglauf.

Der Nutzen von Sport ist in Studien nachgewiesen worden. In einer Sechs-Monats-Studie etwa hatten RA-Patienten, die intensives Muskeltraining in Verbindung mit Krankengymnastik praktizierten, besser abgeschnitten als Patienten, die nur Krankengymnastik machten. Mit Muskeltraining waren sie beweglicher und hatten weniger Schmerzen, so Kaufmann beim Internationalen Kongress für Wintersportmedizin in Garmisch-Partenkirchen.

In einer anderen Studie machten 300 Patienten mit stabiler RA entweder Muskeltraining oder erhielten Physiotherapie. Der Vergleich fiel ebenfalls zugunsten des Sportprogramms aus, allerdings mit Einschränkungen: Bei vorbestehender Destruktion großer Gelenke schritt unter körperlichen Belastungen die Krankheit radiologisch schneller fort als unter Physiotherapie. "Betrifft das Rheuma also auch Knie, Hüfte oder gar die Halswirbelsäule, ist besondere Vorsicht geboten", so Kaufmann. Die Grenze zwischen sportlicher Belastung und Überlastung sei bei entzündlichen Rheumaformen generell schwer zu ziehen.

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