Ärzte Zeitung, 24.07.2009

Neuer TNFα-Hemmer zur Rheumatherapie in Sicht

Die Markteinführung des vollhumanen Antikörpers Golimumab wird noch diesen Sommer erwartet.

Von Katharina Arnheim

KOPENHAGEN. Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA), die bereits einen oder mehrere TNFα-Blocker wegen Ineffektivität oder Unverträglichkeit abgesetzt haben, kann der Einsatz eines weiteren TNFα-Hemmers trotzdem noch sinnvoll sein. Das belegt eine beim europäischen Rheuma-Kongress in Kopenhagen vorgestellte Studie.

Für die Phase-III-Studie (GO-AFTER*) waren 481 Patienten mit mindestens vier schmerzhaften und vier geschwollenen Gelenken randomisiert einem Placeboarm oder einer aktiven Therapie mit dem TNFα-Hemmer Golimumab in Dosierungen von 50 oder 100 mg einmal monatlich zugeteilt worden. Während im Placeboarm nur 18 Prozent der Patienten eine 20-prozentige Besserung zeigten (ACR20-Ansprechen), war diese Rate unter Golimumab mit 37 Prozent signifikant höher, berichtete Professor Josef Smolen von der Medizinischen Universität Wien.

Dabei erwiesen sich die 50-mg- und die 100-mg-Dosis mit ACR20-Raten von 35 und 38 Prozent als ähnlich effektiv. Bei Patienten, die andere TNFα-Blocker wegen Unwirksamkeit abgesetzt hatten, waren die Responseraten mit 36 Prozent (50-mg-Dosis und 43 Prozent (100-mg-Dosis) ähnlich hoch wie im Gesamtkollektiv. Es war auch unerheblich für das Ansprechen, ob die Patienten zuvor bereits mit einem oder zwei TNFα-Blockern behandelt worden waren, so der Rheumatologe bei einer Veranstaltung von Schering Plough.

Smolen bewertete Golimumab als gut verträglich mit einem Sicherheitsprofil ähnlich dem anderer TNFα-Blocker. Ein wesentlicher Vorteil von Golimumab sei die geringe Injektionsfrequenz. Während andere TNFα-Blocker mehrmals pro Monat injiziert oder infundiert werden müssen, reicht bei Golimumab die einmal monatliche Injektion.

Mit der Markteinführung wird noch im Sommer dieses Jahres gerechnet.

*GO-AFTER = Golimumab After Former anti-TNF Therapy Evaluated in RA

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