Ärzte Zeitung, 22.09.2009

Internisten diskutieren über Naturheilkundliches bei Rheuma

Ernährung und Phytotherapie sind beim Deutschen Internistentag in Berlin bedeutende Themen.

BERLIN (eb). Bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sollte die Ernährungstherapie ab Beginn der Krankheit ein selbstverständlicher Therapiebaustein sein, empfehlen Rheumatologen. Nur: Was ist eine Rheumakost? Zentral bei der langfristigen Umstellung der Essgewohnheiten ist die Reduktion tierischer Fette. Fettreiche Lebensmittel tierischer Herkunft wie Schmalz, Leber, Eigelb oder fettreiche Fleisch- und Wurstsorten meiden! Nicht mehr als zwei Portionen Fleisch oder Wurst pro Woche sollten es sein. Kennen sollten Rheuma-Patienten die Grundsätze der überwiegend laktovegetabilen Kost, die reich an Omega-3-Fettsäuren und Antioxidanzien ist.

Empfehlenswert sind Makrele, Lachs und Hering - zweimal pro Woche. Diese Fische sind reich an Omega-3-Fettsäuren. Das gilt auch für Raps-, Soja-, Walnuss- und Leinöl. Zum Nutzen der Substitution von Fischöl, Vitamin D, Vitamin C oder Zink bei Rheumapatienten gibt es neue Daten. Das Votum für Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischölkapseln wird positiver. Eine Substitution von Vitamin D wird künftig empfohlen, ebenso in Einzelfällen die Therapie mit Zink, besonders bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis. Die regelmäßige Substitution von Vitamin C und E oder Selen wird nur im Einzelfall angeraten.

Die in Gemüse und Obst enthaltenen antioxidativen Substanzen sprechen für den Verzehr von fünf Portionen am Tag.

Eine NSAR-ähnliche Wirkung wird salicin- und polyphenolreichen Phytotherapeutika zugeschrieben. Dazu zählen Zubereitungen aus Weidenrinde, Stiefmütterchenkraut, Pappel oder Primeln. Eher kortisonähnliche Eigenschaften sollen Zaunrübe, Süßholz und Weihrauch haben. Teufelskrallenwurzel oder Arnikablüten sind vor allem schmerzlindernd.

Langenbeck-Virchw-Haus, Berlin, Donnerstag, 24. September, 15:30 bis 17 Uhr, Hörsaal, Thema: Naturheilkundliche Interventionen bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Engagement, das Früchte trägt

Jungen Menschen fehlt es an Gespür für ehrenamtliches Engagement? Ein Vorurteil, wie sich bei der Springer Medizin Gala gezeigt hat. Deutlich wurde auch, dass Engagement für Hilfsbedürftige auch den Sinn für das Politische schärft. mehr »

So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »