Ärzte Zeitung, 28.09.2009

Antikörperfragment gegen TNFα soll noch dieses Jahr zugelassen werden

zur Großdarstellung klicken

Schema einer Gelenkentzündung.

Foto: Sebastian Kaulitzki©www.fotolia.de

Indikation von Certolizumab pegol wird die Therapie bei Rheumatoider Arthritis (RA)

KÖLN (sir). RA-Patienten, die schon früh auf eine Therapie mit Certolizumab pegol ansprechen, schneiden auch nach einem Jahr besser ab. Dies haben aktuelle Studiendaten gezeigt.

Das Biological ist ein humanisierter Antikörper, der auch zur Therapie von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Rheumatoider Arthritis (RA) eingesetzt werden soll. Er gehört zur Klasse der TNFα-Hemmer, besitzt aber kein Fc-Fragment. Dafür wurde das Fab-Fragment mit Polyethylenglykol verbunden - pegyliert -, was die Halbwertzeit des Wirkstoffes erhöht. Erwartet wird von dem so designten kleinen Antikörper eine gute Gewebegängigkeit und Wirkung in der Tiefe der Gelenke. Die EU-Zulassung wird noch im vierten Quartal 2009 erwartet.

In den Zulassungsstudien RAPID 1 und RAPID 2 hatten etwa 1500 RA-Patienten 200 oder 400 mg Certolizumab pegol oder Placebo plus Methotrexat erhalten. Dabei konnte der Antikörper die Ansprechraten nach den Kriterien des American College of Rheumatology (ACR) signifikant verbessern und die radiologische Progression der Erkrankung fast zum Stillstand bringen. So hatte sich der modifizierte Total Sharp Score (mTSS, 0 bis 5 Punkte) nach zwölf Monaten mit Placebo um 2,8 Punkte, mit Certolizumab pegol dagegen nur um 0,4 Punkte (200 mg) bzw. 0,2 Punkte (400 mg) verschlechtert.

Privatdozentin Andrea Rubbert-Roth aus Köln präsentierte eine Subgruppenauswertung, in der "Frühresponder" und "Spätresponder" einander gegenübergestellt wurden: Patienten, die schon nach sechs Wochen eine DAS28*-Verbesserung um mindestens 1,2 Punkte erreicht hatten, waren nach einem Jahr in allen ACR-Kriterien jenen signifikant überlegen, die erst nach zwölf Wochen auf die Therapie ansprachen. Wenn ein Patient allerdings auch nach zwölf Wochen noch nicht auf den Wirkstoff anspricht, würde Rubbert-Roth das Präparat wechseln.

*Disease activity score, 0 bis 10 Punkte

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »