Ärzte Zeitung online, 27.05.2010

Modellprojekt "Rheuma-Lotse" gestartet

Projekt der Deutschen Rheuma-Liga in Leipzig, Heilbronn und Wuppertal

BONN (eb). Mit dem neuen Projekt "Rheuma-Lotse" will die Deutsche Rheuma-Liga die Unterstützung und Begleitung von Menschen mit schwerwiegenden rheumatischen Erkrankungen verbessern. Vor allem soll die Orientierung in dem für Rheumakranke zum Teil schwer durchschaubaren Versorgungssystem erleichtert werden.

Besonders qualifizierte Berater, die Rheuma-Lotsen, vermitteln vor Ort zu verschiedenen Arztgruppen, Physio- oder Ergotherapien, Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen und zu den Angeboten der Selbsthilfe. Der Lotse steht den Betroffenen zur Seite und er ergänzt die ehrenamtliche Arbeit der Selbsthilfe. Ziele sind die Stärkung von Kompetenzen der Patientinnen und Patienten im Umgang mit ihrer Erkrankung sowie eine bessere regionale Vernetzung in der Versorgung. Dies geht perspektivisch auch einher mit einer Entlastung der Leistungsträger und -erbringer.

Als Pilotphase haben die ersten beiden Beraterinnen soeben ihre regionale Rheuma-Lotsenarbeit in Heilbronn und Leipzig aufgenommen. Eine dritte Beraterin arbeitet als bundesweiter Lotse für seltene Erkrankungen in Wuppertal und ist dort bei der Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft angesiedelt.

Das Modellprojekt ist vorerst auf drei Jahre angelegt und wird durch das Bundesministerium für Gesundheit finanziell gefördert. Die Kosten für die Lotsen tragen BARMER GEK, AOK Bundesverband und DAK. Das hat die Deutsche Rheuma-Liga (DRL) mitgeteilt.

In einer vorbereitenden Befragung war der Bedarf der Betroffenen untersucht worden. Im Ergebnis wünschen sich Patientinnen und Patienten vor allem Informationen aus einer Hand und einen kompetenten Berater, der orientierend durch das Gesundheitssystem mit seinen verschiedenen Ärzten, Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen, Therapiemöglichkeiten, Kostenträgern und Selbsthilfeangeboten leitet. So ist das Ziel des Rheuma-Lotsen-Projektes, eine bedarfsgerechte Begleitung von Menschen mit schwerwiegenden rheumatischen Erkrankungen durch das Versorgungssystem und zugleich eine bessere Vernetzung von Versorgungssegmenten zu gewährleisten.

Das Projekt wird detailliert dokumentiert. Im Rahmen einer mehrjährigen Evaluation soll sich zeigen, ob die Arbeit der Lotsen erfolgreich ist und sich die Versorgung wirklich verbessert. Wenn sich das Modellprojekt bewährt, könnten zukünftig Rheuma-Lotsen die zahlreichen anderen Informations- und Beratungsangebote der Rheuma-Liga Verbände in allen Bundesländern ergänzen.

Weitere Infos: www.rheuma-lotse.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »