Rheuma

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Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

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Ärzte Zeitung online, 13.08.2010

Neue Kriterien zur Klassifikation der Rheumatoiden Arthritis

Kriterien für Hausärzte nicht geeignet / Verdachtsdiagnose bleibt einfach zu stellen

Für die Klassifikation der Rheumatoiden Arthritis (RA) haben europäische und amerikanische Rheumatologen neue Kriterien erarbeitet. Wie schon bei den Kriterien von 1987 handelt es sich nicht um Diagnosekriterien. Für Hausärzte gültig bleiben daher auch weiterhin simple Verdachtskriterien.

Von Michael Hubert

Neue Kriterien zur Klassifikation der Rheumatoiden Arthritis

Die Palpation ist und bleibt ein wichtiges Diagnosewerkzeug in der Rheumatologie.

© W. Bolten, Merckle Rheumatologie visuell

ATLANTA In den vergangenen 20 Jahren haben ein wachsendes Verständnis der Krankheit RA, ein schnellerer und effektiverer Einsatz von Basistherapeutika und neue pharmakologische Therapieoptionen zu enormen Fortschritten für die betroffenen Patienten geführt. So können heute strukturelle Schäden an den Gelenken verhindert, zumindest aber deutlich verzögert werden. Destruktionen im Röntgenbild aber waren eines der alten Kriterien von 1987 des American College of Rheumatology (ACR) für eine Rheumatoide Arthritis. Doch gerade solche Schäden sollen durch die Therapie verhindert werden. Grund also, die RA-Kriterien zu überarbeiten, was ACR und EULAR - die europäische Rheumaliga - gemeinsam getan und nun veröffentlicht haben (Arthritis Rheum 2010; 62: 2569) (PDF-Datei).

Herausgekommen ist ein Punktesystem mit einer maximalen Zahl von zehn. Darin werden vier Kategorien gewertet: die Zahl betroffener Gelenke, die Serologie, Entzündungsmarker und die Symptomdauer. Werden sechs oder mehr Punkte erzielt, liegt eine RA definitiv vor. So werden etwa drei Punkte erreicht, wenn vier bis zehn Gelenke geschwollen sind. Das deutet bereits an, dass für Hausärzte diese Kriterien nicht geeignet sind. Sie sollen ja gerade nicht eine Gelenkerkrankung klassifizieren, sondern nur die Verdachtsdiagnose RA stellen - und den Patienten dann zügig zum Rheumatologen überweisen.

Die RA-Verdachtskriterien der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) bleiben daher weiter gültig: zwei oder mehr geschwollene kleine Gelenke, Morgensteifigkeit von mehr als einer Stunde und erhöhte BSG- oder CRP-Werte. Der Nachweis von Rheumafaktoren oder Antikörpern gegen zyklische citrullinierte Peptide (ACPA oder CCP-Antikörper) kann den Verdacht erhärten. Ein negativer Befund schließt eine RA allerdings nicht aus.

Um es ganz deutlich zu machen: Bei ein bis drei betroffenen kleinen Gelenken (2 Punkte), einer Symptomdauer unter sechs Wochen (0 Punkte), erhöhten CRP- oder BSG-Werten (1 Punkt) und nur niedrig-positiven Rheumafaktoren (2 Punkte) kommen nach den neuen Kriterien gerade einmal 5 Punkte zusammen. Überweist der Hausarzt diesen Patienten nicht an den Spezialisten, geht möglicherweise die Chance auf einen frühen Therapiestart innerhalb der ersten drei Monate verloren. Das würde die Chancen auf eine Remission verringern.

Weitere Infos im Internet:
www.rheumatology.org
www.eular.org
www.dgrh.de

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