Ärzte Zeitung online, 18.08.2010

Rheuma bei Kindern noch gezielter behandeln

Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie Mitte September

Rheuma bei Kindern noch gezielter behandeln

HAMBURG (eb). Zwei Forschungsprojekte sollen die Therapie von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen verbessern. Das Netzwerk "ICON-JIA" untersucht die häufige juvenile idiopathische Arthritis (JIA). Dagegen erforscht das Projekt "AID-NET" die selten auftretenden autoinflammatorischen Syndrome.

Bei diesen Syndromen führt der Körper ständig ungerichtete Abwehrreaktionen aus, obwohl keine fremden Erreger vorhanden sind. Experten stellen die Forschungsvorhaben im Rahmen des 38. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in Hamburg vor, teilt die DGRh mit.

Etwa 20 000 Heranwachsende in Deutschland leiden an entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Die häufigste Rheumaform im Kinder- und Jugendalter ist die juvenile idiopathische Arthritis (JIA). Die Gelenkentzündung ähnelt der Rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen: Die Gelenke entzünden sich, schmerzen und schwellen an - ohne erkennbare Ursache. Um Verlauf und Langzeitfolgen der JIA zu klären, untersuchen Mediziner in der Studie "ICON-JIA" sechs Jahre lang die Entwicklung von 800 Patienten und 800 gesunden Heranwachsenden. "Wir wollen jene Einflüsse klären, die den Verlauf der Erkrankung vorhersagbar machen", erklärt der Kinderrheumatologe Professor Dirk Föll, Kongress-Präsident der 20. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), die gemeinsam mit dem 38. DGRh-Kongress und der 24. Jahrestagung der Assoziation für Orthopädische Rheumatologie (ARO) in Hamburg stattfindet.

Das Projekt "AID-NET" analysiert dagegen die autoinflammatorischen Syndrome, bei denen der Körper dauerhaft Entzündungsreaktionen gegen sich selbst richtet. Dazu zählen zum Beispiel das familiäre Mittelmeerfieber (FMF) oder das Muckle-Wells-Syndrom. Die Forscher wollen die Ursachen entschlüsseln, die zu den typischen Anfällen mit Fieber und Entzündungen führen. Zudem suchen sie in Erbgut und Blutserum der Patienten nach Substanzen - sogenannten Markern - die Hinweise auf Grad und Verlauf der Krankheiten geben.

Der DGRh-Jahreskongress findet vom 15. bis zum 18. September in Hamburg statt

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