Rheuma

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Modul: Medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis und ihrer Komorbiditäten

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Ärzte Zeitung online, 03.09.2010

Rheumatische Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln

Rheumatologen tagen vom 15. bis zum 18. September in Hamburg

Rheumatische Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln

HAMBURG (eb). Knapp eine halbe Million Menschen in Deutschland leidet an einer Rheumatoiden Arthritis, der häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Eine frühzeitige Therapie ist von entscheidender Bedeutung für den Krankheitsverlauf. Nur so lassen sich dauerhafte Schäden an den Gelenken verhindern.

Doch ein Mangel an Rheumatologen gefährdet die optimale Versorgung der Betroffenen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) anlässlich ihres bevorstehenden Jahreskongresses hin.

"In Deutschland sind 253 Ärzte zur Weiterbildung des rheumatologischen Nachwuchses befugt", berichtet Professor Jürgen Wollenhaupt, Sprecher der Kommission Fort- und Weiterbildung der DGRh und Chefarzt der Abteilung Rheumatologie und klinische Immunologie an der Schön Klinik Hamburg-Eilbek in der DGRh-Mitteilung. "Von diesen kann aber ein Drittel derzeit keine neuen Fachärzte ausbilden, weil Arztstellen in den Kliniken abgebaut oder offene Stellen nicht besetzt werden können", zitiert er eine aktuelle Umfrage der DGRh. Es würden aber nicht weniger, sondern mehr Rheumatologen benötigt. Schon heute praktizieren nur halb so viele Rheumatologen wie notwendig wären. Das sei umso bedauerlicher, als dass die Erkrankung heute früher erkannt und besser therapiert werden könne, so Wollenhaupt.

Rheuma-Leitlinien wurden überarbeitet

Die neuen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten haben Eingang in die aktuell überarbeiteten Leitlinien europäischer und amerikanischer Fachgremien gefunden. Auch die DGRh-Leitlinie zum "Management der frühen Rheumatoiden Arthritis" wurde daraufhin aktualisiert. Sie wird im Herbst veröffentlicht und erste Ergebnisse auf dem DGRh-Kongress in Hamburg ausführlich vorgestellt und diskutiert. "Die Diagnose- und Klassifikationskriterien für die Rheumatoide Arthritis und entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen, sogenannte Spondyloarthritiden, wurden erweitert. Die Möglichkeiten für Patienten, eine wirkungsvolle Therapie zu erhalten, sind gestiegen", so Wollenhaupt. Deshalb bestehe ein erhöhter Bedarf an ausgebildeten Fachärzten. Ohne sie sei auch der internationale Stellenwert der deutschen Rheumaforschung gefährdet. "Bei der Erprobung und Standardisierung neuer Untersuchungstechniken zur Frühdiagnostik sind wir derzeit weltweit führend", stellt Wollenhaupt fest. Als Beispiele nennt er Ultraschalluntersuchungen der Gelenke und die Magnetresonanztomografie (MRT).

Therapie hat deutliche Fortschritte gemacht

Die Therapiemöglichkeiten bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen haben sich vor allem durch den Einsatz neuer Medikamente deutlich verbessert. So können Biologicals den Krankheitsverlauf bei vielen Patienten stoppen. Biologicals sind molekularbiologisch hergestellte Medikamente, die gezielt entzündungsfördernde Botenstoffe des Körpers hemmen. "Sehr viele Patienten können heute ein normales, selbstbestimmtes Leben führen", sagt Wollenhaupt. Voraussetzung sei allerdings eine frühzeitige Diagnose und ein rechtzeitiger Therapiebeginn.

Die DGRh tagt vom 15. bis zum 18. September 2010 gemeinsam mit der Assoziation für Orthopädische Rheumatologie (ARO) und der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) im CCH Hamburg.

Mehr Infos gibt es im Web unter: www.dgrh-kongress.de

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