Ärzte Zeitung, 13.10.2010

Kommentar

Rheuma darf keine soziale Frage sein

Von Michael Hubert

In der Therapie bei entzündlichem Rheuma hat es enorme Fortschritte gegeben: Es wird früher diagnostiziert, früher und aggressiver therapiert, und neue Arzneien bieten neue Optionen. Das Therapieziel heißt daher heute Remission. Moderne Therapien mit Biologicals sind zwar teuer, rechnen sich aber auf den zweiten Blick. Denn indirekte Kosten für Krankheitstage und Frühverrentungen sinken. Das ist mittlerweile mehrfach dokumentiert.

Nun fürchtet die Deutsche Rheuma-Liga (DRL), die größte Patientenorganisation in diesem Bereich, dass sozial Schwache und Geringverdiener vom medizinischen Fortschritt abgekoppelt werden. Es gibt Stimmen, die sagen, die indirekten Kosten sozial Schwacher seien doch gering, wozu also teure Therapien? Doch das ist zynisch und menschverachtend. Einer Rheumatoiden Arthritis ist es egal, wen sie leiden lässt.

Darum kritisiert die DRL vor allem die geplante Vorauskasse bei Arzneien und Arztbesuchen. Zu recht, liegen die Jahrestherapiekosten doch teilweise im fünfstelligen Bereich. Die typischen Rheumahände früherer Tage müssen passé sein, egal wieviel der Kranke verdient!

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