Ärzte Zeitung online, 22.10.2010

Mit politischem Kampfgeist und Partylaune ins nächste Jahrzehnt

Deutsche Rheuma-Liga feiert 40-jähriges Jubiläum

BONN/KASSEL (eb). Die Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband feierte mit etwa 1000 Gästen aus allen Landes- und Mitgliedsverbänden ihr großes Fest zum 40. Geburtstag am 9. Oktober 2010 in Kassel.

Als größter Interessenvertreter chronisch kranker Menschen hat die Deutsche Rheuma-Liga (DRL) viel politisches Gewicht in die Waagschale zu werfen. Aus einer Talkrunde und mit einer Unterschriftenaktion forderte sie von Kassel aus die Bundesregierung auf, die Prinzipien des Sozialstaates nicht zu verlassen und alles zu tun, dass die Versorgung chronisch kranke Menschen gesichert bleibt. "Visionen bleiben Illusionen, wenn man nicht um sie kämpft." ermutigte Professor Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband, in einer Mitteilung der DRL.

Zusammen erlebten Ehrenamtliche aus allen Teilen des Landes ein bewegendes Programm, zahlreiche künstlerische und feierliche Glanzpunkte und das starke Gefühl, Enormes gemeinsam geschaffen zu haben. Es begegneten sich erste Selbsthilfe-Wegbereiter und diejenigen, die heute in der Selbsthilfe aktiv sind und für das Jungbleiben der größten Patientenorganisation Deutschlands auch in Zukunft sorgen wollen.

Während in den ersten Jahren Ärzte und Sozialleistungsträger für die Entwicklung der Rheuma-Liga ganz wesentlich waren, vertreten heute betroffene Menschen in verschiedensten Gremien des Gesundheitssystems selbstbewusst und "auf gleicher Augenhöhe" ihre Interessen.

Besondere Glückwünsche überbrachten die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Rheumatologie (DGRh), die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Selbsthilfe und die Rheumaliga Schweiz.

Künstlerische Akzente beim Fest der Lebensfreude setzten rheumakranke Menschen mit großen Stimmen wie der 40-köpfige Chor aus Bernkastel-Kues sowie Sängerin Ute Schönherr und Gitarrist Gottfried Koch. Die "Rheumutigen" amüsierten mit Altberliner Sketchen und eine Gruppe aus Sachsen brachte humorvoll den ganzen Saal in Bewegung. Die rheumakranke Musikerin Simone Cutik aus Thüringen begleitete mit eigenen Kompositionen eine 40-Jahre-Bilderschau am Klavier.

Informationen aus erster Hand über Fortschritte und Ziele in der Diagnose, Therapie und Versorgung rheumatischer Erkrankungen boten vor Ort kompetente Experten in der Rheumatologie, Professor Markus Gaubitz aus Münster, Professor Matthias Schneider aus Düsseldorf und Dr. Edmund Edelmann, Berufsverband der Rheumatologen.

Leisere, aber nicht minder wirkungsvolle Töne waren auf zwei Lesungen zu hören: Renate Preuß erzählte aus ihrem Buch, wie eine Sächsin eine Rheumakur in Bayern erlebt. Ins "Labyrinth des Zorns" entführte Krimi-Autor Christian von Ditfurth die Zuhörer mit dem rheumakranken Helden Dr. Stachelmann.

Die Deutsche Rheuma-Liga wurde am 9. Dezember 1970 gegründet. Sie zählt heute über 260 000 Mitglieder in 16 Landesverbänden und drei Mitgliedsverbänden. In 1100 Arbeitsgemeinschaften engagieren sich 11 000 Ehrenamtler.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »

Vorsicht vor E-Mail-Anhängen und Links!

Die meisten Cyber-Angriffe laufen über das elektronische Postfach - daher ist ein gesundes Misstrauen bei jeder E-Mail wichtig, betont Sven Weizenegger. Der Profi-Hacker gibt im Interview Tipps, worauf zu achten ist. mehr »