Ärzte Zeitung, 25.02.2013
 

To-do bei Rheuma

Alle drei Monate Therapiekontrolle

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Drei bis sechs Monate: Wer bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) nach dieser Zeit keine Remission erreicht, sollte die Behandlung intensivieren.

Von Philipp Grätzel von Grätz

BERLIN. "Wir streben heute eine frühestmögliche Remission an, um Knochen- und Knorpeldestruktionen bei RA-Patienten zu verhindern", betonte Professor Thomas Dörner von der Klinik für Rheumatologie der Charité Berlin am Campus Mitte.

Das Therapieziel einer frühen Remission sei mittlerweile international akzeptiert. Es ist Teil der länderübergreifenden Treat-to-Target-Initiative, deren Strategien sich in immer mehr nationalen Leitlinien wiederfinden.

Im Rahmen der Treat-To-Target-Initiative entwickelte eine internationale Expertengruppe Strategien, die den Behandlungsweg von RA-Patienten verbessern soll.

Ein wichtiger Bestandteil ist dabei eine vierteljährliche Bestimmung der Krankheitsaktivität. Sie erfolgt auch in Deutschland mittlerweile meist mit dem DAS-28 Score.

Therapieziel ist primär die Remission, also ein DAS-28 unter 2,6 Punkten. Gelingt das nicht, sollte eine niedrige Krankheitsaktivität angestrebt werden (DAS-28 kleiner 3,2).

Bei einem Teil der Patienten kann zusätzlich der Clinical Disease Activity Index (CDAI) oder dessen vereinfachte Form, der Simplified Disease Activity Index (SDAI) ermittelt werden.

"CDAI und SDAI haben gerade bei niedriger Krankheitsaktivität eine bessere Trennschärfe", berichtete Dörner bei einer Veranstaltung im Vorfeld des Internistenkongresses in Wiesbaden.

Insgesamt habe sich der Ansatz, bei RA-Patienten Therapieziele festzulegen und deren Erreichen zu messen und zu dokumentieren, bei den Rheumatologen in Deutschland weitgehend durchgesetzt, sagte Dörner: "Die Kollegen sind zum Beispiel verpflichtet, den DAS-28 zu dokumentieren. Das war früher nicht so."

Verbesserungsbedarf sieht der Experte noch bei einem Teil der Hausärzte. Da in Deutschland nur etwa halb so viele Rheumatologen pro 10.000 Einwohner praktizieren wie in vielen anderen europäischen Ländern, ruht ein erheblicher Teil der Versorgung von Rheumapatienten auf den Schultern der Hausärzte.

Für andere entzündlich rheumatische Erkrankungen wie Spondylarthritis sowie für den systemischen Lupus erythematodes (SLE), habe sich die "Treat-To-Target"-Initiative bereits ebenfalls formiert, hieß es bei der Veranstaltung der DGIM in Berlin.

Infos zum DGIM-Kongress 2013: www.dgim2013.de

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