Rheuma

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Modul: Medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis und ihrer Komorbiditäten

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Ärzte Zeitung, 19.06.2015

Rheumatoide Arthritis

Jede Schwangerschaft ist anders

Forscher haben die Daten von 27 Frauen mit RA ausgewertet, die zwei Kinder zur Welt gebracht hatten.

Von Philipp Grätzel von Grätz

ROM. Bei vielen Frauen mit Rheumatoider Arthritis (RA) geht die Krankheitsaktivität in der Schwangerschaft zurück. Allerdings erlaubt der Verlauf der ersten Schwangerschaft keine Rückschlüsse auf die nächsten.

Im Rahmen der prospektiven niederländischen Schwangerschaftsstudie PARA wurden die Daten von 27 Frauen mit RA ausgewertet, die zwei Kinder zur Welt gebracht hatten.

Vor und nach der Schwangerschaft sowie einmal pro Trimester wurden Daten zur Krankheitsaktivität, zu Krankheitsschüben und zum Medikamentenkonsum erhoben.

Dabei zeigte sich, dass sich die Krankheitsaktivität bei lediglich vier von 27 Frauen in der zweiten Schwangerschaft genauso oder ähnlich verhielt wie in der ersten Schwangerschaft.

Weder konnten sich Frauen mit problemloser erster Schwangerschaft darauf verlassen, dass sie die RA auch in der zweiten Schwangerschaft in Ruhe ließ noch bedeutete eine hohe RA-Aktivität beim ersten Kind zwangsläufig auch Probleme beim zweiten.

Mit unterschiedlichen Therapien hatten die unterschiedlichen Schwangerschaftsverläufe nichts zu tun: Fast alle analysierten RA-Patientinnen wurden in beiden Schwangerschaften jeweils ähnlich behandelt.

Hoch prädiktiv für weitere Schwangerschaften waren demgegenüber Schübe in den Wochen nach der Entbindung. 74 Prozent der Frauen hatten im Anschluss an die erste Schwangerschaft einen oder mehrere Schübe.

Sechs von sieben dieser Frauen erlebten das gleiche auch nach der zweiten Schwangerschaft. Umgekehrt hatte die Hälfte jener 26 Prozent der Frauen, die nach der ersten Schwangerschaft keine RA-Schübe hatten, auch nach der zweiten Schwangerschaft keine Probleme.

Für die niederländischen Wissenschaftler, die ihre Analyse beim europäischen Rheumakongress EULAR 2015 in Rom präsentierten, gibt es ein ganz praktisches Fazit aus diesen Daten: Frauen mit RA sollte nach einer nicht optimal verlaufenen ersten Schwangerschaft nicht mit Verweis auf die RA von einer zweiten abgeraten werden. Denn jede Schwangerschaft ist anders.

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