Ärzte Zeitung online, 28.08.2017
 

EULAR-Empfehlungen

Neue Standards für Sonografie bei Rheuma

MADRID.Die Sonografie dient in der Rheumatologie sowohl der Diagnostik wie dem Monitoring und zielgerichteten Interventionen wie Injektionen und Biopsien. Erste Leitlinien für den Einsatz des Ultraschalls bei rheumatischen und muskuloskeletalen Erkrankungen hat die EULAR im Jahr 2001 vorgelegt. Nun liegt eine Neufassung vor, die den modernen Entwicklungen auf dem Gebiet gerecht werden soll.

Die European League Against Rheumatism (EULAR) hat dafür eine App zur Sonografie entwickelt. In Bild und Film wird das Vorgehen demonstriert: in sechs muskuloskelettalen Regionen (Schulter, Ellbogen, Handgelenk und Hand, Hüfte, Knie, Sprunggelenk und Fuß) und in drei nicht muskuloskelettalen Regionen (periphere Nerven, Speicheldrüsen, große Gefäße). Weiter gibt es allgemeine Empfehlungen, etwa zur Verwendung von B-Mode oder Farbdoppler-Sonografie. Geraten wird zu hochauflösenden linearen Schallköpfen mit 6 bis 14 MHz für tief und mitteltief gelegene Strukturen sowie mindestens 15 MHz für oberflächliche (Ann Rheum Dis 2017; online 16. August).

Beim Schallen von Gelenken ist darauf zu achten, den Schallkopf lotrecht oder parallel zur Kortikalis auszurichten, sodass der kortikale Rand hell, scharf und hyperechoisch dargestellt wird. Muskuloskelettale Strukturen sollten unter sanfter aktiver oder passiver Bewegung beurteilt werden.

Um das Phänomen der Anisotropie zu vermeiden – also die hypo- oder anechoische Darstellung eigentlich hyperechoischer Strukturen; betrifft besonders die Sehnen –, sollte die Position des Schallkopfs kontinuierlich angepasst werden, sodass der Schall die Sehnenfasern lotrecht trifft. Besonders wichtig ist dies an den Insertionsstellen.

Die Darstellung auf dem Monitor sollte so erfolgen, als würde der Untersucher auf den Patienten blicken; die proximalste Struktur kommt dabei in der Regel links zu liegen. Durch Druck lassen sich kompressible Flüssigkeitsansammlungen von soliden Strukturen unterscheiden. Im Doppler-Modus ist Druck zu vermeiden, um den Blutfluss in kleinen Gefäßen nicht zu stören. Vor allem bei Sonografie oberflächlicher Regionen ist großzügig Gel einzusetzen.

Die neuen konsentierten Empfehlungen der EULAR zum muskuloskelettalen Ultraschall resultieren aus einer systematischen Sichtung der Literatur mit anschließendem Delphi-Verfahren, an dem Rheumatologen und Radiologen beteiligt waren.(rb)

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