Ärzte Zeitung, 04.06.2007

Kombipräparat aus Nährstoffen kurbelt die Spermiogenese an

Menge der Samenzellen seit 50 Jahren rückläufig / Präparat verbessert Spermienqualität

HAMBURG (nke). Zu wenig, zu langsam und deformiert - Anomalien im Spermiogramm sind keine Seltenheit. Ursachen für eine Verschlechterung der Spermienqualität sind außer dem Alter auch ein ungesunder Lebensstil.

Spermien unter dem Mikroskop: Im normalen Spermiogramm sollten mehr als 25 Prozent der Samenzellen rasch vorwärts beweglich und mindestens 30 Prozent sollten normal geformt sein. Foto: dpa

Auch für Männer tickt die biologische Uhr: "Mit den Jahren nimmt nicht nur bei Frauen die Fruchtbarkeit ab, sondern auch bei Männern." Daran hat Dr. Claus Riedl vom Landesklinikum in Baden bei Wien erinnert. Ab 35 Jahre gehe die Fruchtbarkeit bei Männern zurück. Beschleunigt werde dies etwa durch Stress, Genuss- und Umweltgifte sowie einen ungesunden Lebensstil, berichtete Riedl bei einer Veranstaltung des Unternehmens Orthomol. Zwar könnten Männer auch noch im hohen Alter ein Kind zeugen, aber die Erfolgsrate sinke mit den Jahren.

Mangelhafte Spermienqualität schon bei jungen Männern

Außerdem hätten auch schon sehr junge Männer eine eingeschränkte Zeugungsfähigkeit. "Die Spermienqualität verschlechtert sich seit Jahrzehnten rasant", so Riedl. Vor 50 Jahren habe die durchschnittliche Spermienkonzentration pro Milliliter Ejakulat noch bei 100 Millionen gelegen. Heute seien es 20 bis 64 Millionen.

Entscheidend für eine erfolgreiche Befruchtung ist jedoch nicht allein die Menge der Spermien, sondern ihre Qualität: Mehr als 25 Prozent der Samenzellen sollten rasch vorwärts beweglich sein und mindestens 30 Prozent sollten normal geformt sein. Werden diese Werte nicht erreicht, spricht man von eingeschränkter Fruchtbarkeit. Zur Bewertung der Spermienqualität sollte das Ejakulat zweimal im Abstand von einigen Tagen bis vier Wochen analysiert werden, sagte Riedl.

Eine mangelhafte Spermienqualität bedeutet gleichzeitig, dass bei unerfülltem Kinderwunsch nur wenige Maßnahmen helfen. Bisher wurde betroffenen Paaren vor allem zu einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) geraten. Unterstützend könne auch versucht werden, die Zeugungsfähigkeit mit einer gesunden Lebensweise zu verbessern. So wird werdenden Müttern geraten, das Rauchen aufzugeben, auf gesunde Ernährung zu achten und Stress zu reduzieren. Ähnliches gelte für Männer, die Vater werden wollen.

Studie belegt Nutzen von Spurenelementen und Enzymen

Zusätzlich könne die Einnahme einer speziellen Nährstoffkombination helfen, die Spermienqualität zu verbessern. Eine solche Nährstoffkombination wird vom Unternehmen als Orthomol Fertil® angeboten. Das Präparat enthält L-Carnitin, L-Arginin, Vitamin E, Folsäure, Zink, Selen, Glutathion und Coenzym Q10 - das sind wichtige Bau- und Betriebsstoffe für die Spermiogenese. In einer Studie mit 31 Männern ließ sich mit dem Präparat die Spermienqualität verbessern.

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