Ärzte Zeitung, 10.10.2014

Preisgekrönte Arbeit

Neuer Test erkennt früh Nierenschäden

Mit zwei Urinmarkern sind akute Nierenschäden nach schweren Operationen bis zu achtmal schneller nachweisbar.

REGENSBURG. Beeinträchtigungen der Nierenfunktion sind eine häufige Komplikation nach komplexen Tumor-, Leber- oder Gefäßoperationen, nach Transplantationen oder schwersten Unfällen.

Doch steigen die nierenspezifischen Werte im Blut verzögert, so dass ein Nachweis bisher erst nach 24 bis 48 Stunden möglich ist.

Am Uniklinikum Regensburg wurde einer Mitteilung zufolge ein in den USA entwickelter Test mit zwei Urinmarkern - TIMP-2 und IGFBP7 - in einer Studie evaluiert. Als biologisches Alarmsystem signalisieren sie, wenn die Nierenzellen unter akutem Stress stehen.

Sie werden so früh im Urin freigesetzt, dass Nierenschäden weniger als sechs Stunden nach Op mit hoher Sicherheit erkennbar sind. Zudem ist das Verfahren einfacher und deutlich präziser als das übliche.

Die Vereinigung Bayerischer Chirurgen hat die Arbeit mit dem Otto Goetze-Preis für klinische Forschung ausgezeichnet. Nun wollen die Ärzte prüfen, ob durch regelmäßige Tests Häufigkeit und Schweregrad akuter Nierenschäden reduziert werden können. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[10.10.2014, 08:58:22]
Dr. Hartwig Raeder 
Sinn
Zeigen diese Tests eine Niereninsuffizienz auch bei Nierengesunden oder aber Nierenkrankheiten auch ohne Niereninsuffizienz an? zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Reiseimpfungen 2018 – Welcher Schutz ist nötig?

Egal, wohin die Reise geht, die Basisimpfungen sollten vorhanden sein. Doch auch 2018 gibt es für einige Länder spezielle Empfehlungen. mehr »

Mehr Trinken bringt kranken Nieren nichts

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion einen höheren Wasserkonsum nahezulegen, nützt nicht viel: Die Harnmenge nimmt etwas zu, doch die Nierenfunktion verbessert sich nicht. mehr »

Drogenbeauftragte möchte keine "Legalisierungsdiskussion"

Die Zahl der Rauschgiftdelikte steigt und steigt, wie die neueste Statistik des Bundeskriminalamts zeigt. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung warnt vor einer "Normalität" beim Konsum bestimmter Drogen. mehr »