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Modul: Moderne Therapieoption bei ED und IPP – Zukunftsperspektiven der extrakorporalen Stoßwellentherapie

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Ärzte Zeitung, 22.09.2016

Therapie bei Nierensteinen

Was du nicht willst, dass man dir tu'

Urologen wurden befragt, welche Therapie bei Nierensteinen sie wählen würden, wenn sie selbst Patient wären.

KINGSTON. Urologen behandeln Patienten mit Urolithiasis meist so, wie sie sich selbst behandeln würden. Das geht aus zwei Umfragen unter Mitgliedern der Endourological Society aus 40 Ländern hervor. Die Fragebögen für die beiden internetbasierten Umfragen im Jahr 2012 wurden an mehr als 200 Mitglieder der Gesellschaft per E-Mail verschickt.

In der ersten Umfrage sollten die Ärzte davon ausgehen, dass sie selbst die Patienten mit Steinen in den oberen Harnwegen sind, in der zweiten nach acht Monaten sollten sie Therapiempfehlungen für fiktive Patienten geben.

Zur Auswahl an Therapieoptionen standen außer der Laparoskopie eine MET (medical expulsive therapy;konservativ mit Spontanabgang), PCNL (percutaneous nephrolithotomy; perkutane Nephrolithotomie), SWL (shock wave lithotripsy;extrakorporale Stoßwellentherapie) und URS (ureteroscopy; Ureterorenoskopie).

Drei von vier Teilnehmern von Universitäten

Die Rücklaufquoten lagen bei 78 und 84 Prozent. Fast drei von vier Teilnehmern stammten von universitären Einrichtungen. Median hatten sie berufliche Erfahrungen über einen Zeitraum von sieben Jahren. Gut 17 Prozent gaben an, selbst einmal eine Urolithiasis gehabt zu haben. In der Umfrage waren zehn verschiedene klinische Szenarien vorgegeben worden, je nach Symptomatik, Steingröße und -lokalisation.

Wie die Urologen um Dr. Gregory Roberts von der Queen's University in Kingston in Kanada berichten, gab es die höchste prozentuale Übereinstimmung in der Therapie bei symptomatischen Mittelkelchsteinen (¢ 10 mm) und Nierensteinen (¢ 10 mm) der unteren Harnwege mit leichter Hydronephrose (83 bzw. 81,3 Prozent) (Can Urol Assoc J 2016; 10: 50).

Wendeten die Ärzte den Cohens Kappa-Koeffizient als Maß für die Beurteiler-Übereinstimmung an, der zwischen 0,292 und 0,534 lag, betrugen die Werte für die höchste Übereinstimmung 0,534 bei symptomatischen Nierenbeckensteinen (¢ 20 mm) und 0,531 bei symptomatischen Nierensteinen (¢ 10 mm) im unteren Nierenpol.

Größter Unterschied bei asymptomatischen Nierensteinen

69 Prozent empfahlen bei den Nierenbeckensteinen die PCNL, bei der anderen Indikation entweder die URS oder die SWL.

Der größte Unterschied bei den Therapie-Empfehlungen von sich selbst und von Patienten trat bei asymptomatischen Nierensteinen (¢ 5 mm) im unteren Nierenpol und 15-mm-Steinen in der Harnleiterabgangsenge mit leichter Hydronephrose zutage (Cohens Kappa: 0,292 bzw. 0,372).

Am seltensten empfahlen die Teilnehmer für sich selbst und für Patienten mit Nierensteinen die konservative Option MET und die Laparoskopie.Einschränkend weisen Roberts und seine Kollegen darauf hin, dass sie in ihrer Studie nicht weitere Variablen abgefragt haben, vor allem im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit der verschiedenen therapeutischen Optionen in den jeweiligen Einrichtungen.

Zudem ist unklar, wie groß der Anteil derjenigen Teilnehmer ist, die ihre Haltung zwischen den beiden Befragungen geändert haben. (ple)

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