Ärzte Zeitung, 01.12.2016

Nierensteine

Restfragmente erfordern oft Zweiteingriff

Nach einer perkutanen Nephrolithotomie erhöht eine Restfragmentgröße von über vier Millimetern die Wahrscheinlichkeit für eine erneute endourologische Maßnahme.

LONDON, KANADA. Nach einer perkutanen Nephrolithotomie gehen der verfügbaren Literatur zufolge 15 bis 25 Prozent der Patienten mit Restfragmenten nach Hause. Dr. Daniel Olvera-Posada und seine Kollegen von der University of Western Ontario in London haben den natürlichen Krankheitsverlauf von Patienten mit solchen Restfragmenten beschrieben (Urology 2016; online 12. Juli).

Die kanadischen Mediziner analysierten retrospektiv die Ergebnisse von 202 Patienten, die sich nach einer perkutanen Nephrolithotomie einer Computertomografie unterzogen. Bei 44 von ihnen waren Restfragmente mit einer durchschnittlichen Größe von elf Millimetern vorhanden.

Im Laufe von dreieinhalb Jahren nach der ursprünglichen perkutanen Nephrolithotomie war bei 32 Patienten mit verbliebenen Steintrümmern ein weiterer endourologischer Eingriff erforderlich, in fünf Fällen sogar notfallmäßig.

Über fünf Jahre hinweg betrachtet lag die Chance, nach einer perkutanen Nephrolithotomie ohne weitere Interventionen auszukommen, bei 29 Prozent. Eine Restfragmentgröße von mehr als vier Millimetern erhöhte in der kanadischen Studie jedoch die Wahrscheinlichkeit für eine erneute endourologische Maßnahme ebenso um das etwa Achtfache wie Konkremente auf Struvit- oder Apatitbasis.

Für die Vorhersage klinischer Komplikationen ließen sich indessen keine aussagekräftigen Parameter dingfest machen. (rb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Ein querschnittsgelähmter Mann kann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

OTC-Gebrauch verfälscht Laborwerte

Die meisten Patienten nehmen gelegentlich freiverkäufliche Arzneimittel ein. Nur wenige legen das gegenüber ihrem Arzt offen. Das hat Folgen, etwa für die Interpretation von Laborergebnissen. mehr »