Ärzte Zeitung, 19.10.2016
 

Blut im Sperma

Angst oft unbegründet

Angst oft unbegründet

Entdecken Männer Blut im Sperma, löst das meist Angst aus: Oft unbegründet, fanden japanische Forscher heraus.

SAPPORO. Wenn Männer erstmals Blut in ihrem Sperma entdecken, befürchten viele, eine Krebserkrankung oder Geschlechtskrankheit zu haben. Diese Angst kann eine japanische Studie den Männern nun nehmen.

Ein Team um Dr. Seiji Furuya von der University School of Medicine in Sapporo untersuchte den natürlichen Verlauf der Hämospermie anhand der Befunde von 189 von ursprünglich 199 Männern, die wegen schmerzloser Hämospermie in der Klinik betreut worden waren (Int J Urol 2016; online 12. August).

Meist kein Zusammenhang mit Krebs

Bei 42 Prozent der Probanden wurde eine Blutung der Bläschendrüsen diagnostiziert, bei 29 Prozent eine Prostatazyste in der Mittellinie des Organs und bei 21 Prozent eine Samenblasendilatation, die nicht im Zusammenhang mit Prostatakrebs stand. Bei fast 65 Prozent der Männer wurden Läsionen des Urogenitaltrakts entdeckt.

Wie die Ärzte berichteten, war bei mehr als jedem zweiten Mann (57,7 Prozent) nach vier Wochen noch Blut im Sperma nachweisbar. Das war bei jedem Dritten (34,2 Prozent) noch nach drei Monaten, bei jedem Vierten (23,3 Prozent) nach einem halben Jahr, bei 12,5 Prozent nach einem Jahr und bei 7,6 Prozent noch nach zwei Jahren der Fall.

Dabei hielt die Hämospermie bei Patienten mit einer Prostatazyste oder einer Bläschendrüsenblutung und bei Männern über 50 länger an als bei Patienten ohne diese Veränderungen und als bei Jüngeren. (ple)

[19.10.2016, 11:24:29]
Thomas Georg Schätzler 
Hämatospermie? Sofort zum Urologen!
Denn die hier dargestellte Studie von Frau Dr. Seriji Furuya et al. mit dem Titel: "Natural history of hematospermia in 189 Japanese men" hatte von vorne herein jegliche Patienten mit Inflammationen, Infektionen oder Malignität ausgeschlossen ["Conclusions - In patients with hematospermia without inflammation, infection or malignancy..."].

Das erklärt natürlich schlüssig, warum sorgfältig abwartendes Beobachten bei allen Patienten so erfolgreich war ["All the patients underwent watchful waiting without any empirical treatment"]. Über einen "drop out" von immerhin 10 Studienteilnehmern verliert der Abstract kein Wort.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »

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