Männerkrankheiten

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Ärzte Zeitung, 18.01.2005

Mit Sildenafil Koitus trotz Querschnittlähmung

Stärke und Dauer von reflektorischen Erektionen wird gesteigert / Ergebnis einer kontrollierten klinischen Studie

MURNAU (wst). Bei Männern mit Querschnittlähmung ist meist auch die sexuelle Funktion stark gestört. Solchen Männern kann eine Therapie mit Sildenafil oft zu einer Erektion verhelfen.

Bei Patienten mit Querschnittlähmung tritt mit der Zeit der Verlust der Sexualfunktion immer stärker in den Vordergrund, hat Dr. Dieter Löchner-Ernst von der Unfallklinik Murnau berichtet. Selbst wenn beide Partner querschnittgelähmt sind und beide weder Orgasmen noch sonstige Berührungsreize im Genitalbereich wahrnehmen, bestehe meist der Wunsch nach penetrierendem Geschlechtsverkehr so Löchner-Ernst auf einer von Pfizer unterstützten Veranstaltung in Murnau.

So kann bei den meisten querschnittgelähmten Männern durch Berührungsreize am Glied, auch wenn davon nichts bewußt gespürt wird, eine Erektion ausgelöst werden. Möglich ist dies durch autonome Aktivitäten des im Rückenmarksegment S2 - 4 lokalisierten reflektorischen Erektionszentrums. Da zentralnervöse Impulse den Genitalbereich allerdings nicht erreichen können, sind diese reflektorischen Erektionen oft zu kurz und zu schwach, um einen befriedigenden Geschlechtsverkehr zu ermöglichen.

Mit der Einnahme von Sildenafil (Viagra®) wird die Bereitschaft zu reflektorischen Erektionen sowie deren Stärke und Dauer jedoch deutlich gesteigert. Das ist in einer kontrollierten klinischen Studie belegt worden. Von insgesamt 184 querschnittgelähmten Männern konnte bei 73 Prozent die Erektionsstörung mit Sildenafil-Dosierungen von 25 bis 100 mg deutlich gemindert werden.

Läßt sich jedoch bei Querschnittgelähmten selbst mit 100 mg Sildenafil die Erektionsfähigkeit nicht verbessern, ist die Injektion von vasoaktivem Alprostadil in den Schwellkörper eine Option. Damit werden Ansprechraten von über 80 Prozent erreicht, so Löchner-Ernst. Da die penile Blutversorgung bei den oft noch jungen Patienten meist nicht beeinträchtigt ist, sollte mit sehr niedrigen Dosierungen begonnen werden, um Überreaktionen mit drohendem Priapismus zu vermeiden.

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