Ärzte Zeitung, 04.09.2006

Sildenafil nach Prostatektomie verbessert Potenz

Vorteil bei Dauertherapie

ATLANTA (ku). Männer, die nach nervenerhaltender Prostatektomie eine erektile Dysfunktion haben, können ihre Potenz durch die niedrigdosierte Dauertherapie mit Sildenafil verbessern. Nach sechs Monaten ist die Potenz dann deutlich besser als bei Patienten, die das Medikament nur bei Bedarf einnehmen.

So brauchen Patienten, die nach Prostatektomie abends 25 mg Sildenafil (Viagra®) erhalten, für einen erfolgreichen Koitus seltener die maximale Dosis von 100 mg als Männer, die Sildenafil nach dem Eingriff nur bei Bedarf einnehmen.

Das geht aus Daten einer Studie von Professor Klaus-Peter Jünemann vom der Uni Schleswig-Holstein und dessen Kollegen hervor. Die Ergebnisse hat Dr. Andreas Bannowsky aus Flensburg bei der Jahrestagung der American Association of Urology in Atlanta in den USA vorgestellt.

In der Studie wurden 23 Patienten nach Prostatektomie abends mit 25 mg Sildenafil behandelt. 18 Patienten sollten das Medikament nur bei Bedarf, also nur bei bevorstehendem Koitus einnehmen. Bei den Patienten mit Dauertherapie gelangen nach 24 Monaten 41 Prozent der Koitusversuche auch ohne zusätzliche Medikation. Bei der Gruppe ohne Dauertherapie seien nur 28 Prozent der Versuche gelungen, so Bannowsky.

Nahmen die Männer mit Dauertherapie vor dem Koitus zusätzlich 100 mg Sildenafil, so waren 86 Prozent der Versuche erfolgreich. Außerdem konnten Patienten, die nach der Prostatektomie zunächst eine Bedarfs- und später eine Dauertherapie bekamen, den Vorteil, den der sofortige Beginn einer Dauertherapie bringt, nicht mehr aufholen.

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