Urologie

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Ärzte Zeitung, 14.02.2012

Verstopfung kann Bettnässen auslösen

WINSTON-SALEM (dk). Staut es sich im Darm, leckt nicht selten nachts die Blase. Doch wie lässt sich eine Verstopfung einfach und sicher verifizieren? Nach einer US-Studie durch eine Röntgenaufnahme des Enddarms. Das jedoch ist nicht Teil der Routinediagnostik.

Wenn nachts die Blase ausläuft, sollte immer ein Megarektum ausgeschlossen werden. Jeder kleine Patient mit Enuresis nocturna sollte abdominal geröntgt werden, um eine häufige, aber unterschätzte Ursache des Bettnässens - ein Megarektum - nicht zu übersehen, fordern Forscher aus Winston-Salem.

Sie untersuchten 30 Kinder von fünf bis 15 Jahre gemäß den Richtlinien der International Children´s Continence Society und machten zusätzlich eine Röntgenaufnahme des Abdomens (Urology 2012; Volume 79 (2): 421-424).

Anhand der Aufnahmen bestimmten sie die Breite des Rektums (am Punkt der weitesten Ausdehnung) sowie die des Beckenausgangs (Abstand zwischen den beiden M. obturatorius-Strängen in Höhe der Femurköpfe) und errechneten daraus die "rectal/pelivic outlet ratio" (RPOR). Werte über 1 sprachen für eine Überdehnung des Rektums.

Diagnostik bereitetet Schwierigkeiten

Auf allen Bildern war der Enddarm überdehnt, mit RPOR-Werten größer als 1. Bei 80 Prozent der Patienten ließ sich auch gemäß der Leech Kriterien eine Obstipation verifizieren, wogegen nur 10 Prozent der Eltern oder Kinder über Probleme beim Stuhlgang berichteten.

Zur Darmentleerung erhielten die Kinder Polyethylenglykol. Jene 80 Prozent, bei denen sich der Stuhlgang normalisierte, waren nach spätestens drei Monaten nachts trocken.

Dass Verstopfung nächtliches Einnässen forciere, sei schon lange bekannt, so die Studienautoren. Während die Therapie sich recht einfach gestalte, bereite die Diagnostik erhebliche Schwierigkeiten: Denn die Tatsache, dass ein Kind jeden oder jeden zweiten Tag Stuhlgang habe, sei nicht beweisend für eine vollständige Darmentleerung.

Die Lösung des Problems sehen die Studienautoren in abdominalen Röntgenaufnahmen. Sie sollten daher Teil der Routinediagnostik werden.

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