Ärzte Zeitung online, 25.08.2009

Nächtliche Blutwäsche - eine Überbrückung bis zur Transplantation?

TORONTO (ple). Die nächtliche Blutwäsche könnte möglicherweise bei Patienten mit geschädigten Nieren genutzt werden, um die Zeit bis zur Transplantation der Niere eines Lebendspenders zu überbrücken. Das schließen kanadische Nephrologen aus den Daten ihrer Studie mit fast 1500 Patienten.

Bisher gab es noch keinen Vergleich der Überlebensraten im Zusammenhang mit der nächtlichen Hämodialyse und einer Nierentransplantation. Den Daten der aktuellen kanadischen Studie zufolge lag die Sterberate innerhalb des Beobachtungszeitraums von maximal 12,4 Jahren in der Gruppe der 177 Patienten mit nächtlicher Hämodialyse bei 14,7 Prozent (Nephrology Dialysis Transplantation 24/9, 2009, 2915). Mit 14,3 Prozent war dieser Prozentsatz in der Gruppe der Patienten, die eine Niere von einem toten Spender erhalten hatten, ähnlich hoch. Deutlich niedriger dagegen lag die Sterberate innerhalb der mehr als zwölf Jahre bei jenen Patienten, die das Organ eines Lebendspenders erhalten hatten, nämlich bei nur 8,5 Prozent.

Die Daten der Studie sind ein Hinweis darauf, dass die Wahrscheinlichkeit, länger zu leben, für Patienten, die auf eine fremde Niere angewiesen sind, bei nächtlicher Hämodialyse und bei einer Transplantion der Niere eines toten Spenders generell ähnlich hoch ist. Wie die Nierenspezialisten berichten, könne diese Form der Dialyse - da weltweit viele Patienten auf ein Spenderorgan warteten - möglicherweise sogar eine Alternative zur Transplantation sein, wenn kein passender Lebendspender verfügbar ist.

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