Ärzte Zeitung, 02.10.2014

Prüfungsberichte

Kaum Verstöße bei Nierenspenden

Die aktuell veröffentlichten Prüfungsberichte entlasten deutsche Nierentransplantationszentren.

DÜSSELDORF. In den seit Herbst 2013 geprüften Nierentransplantationszentren hat es in den Jahren 2010 bis 2012 keine gezielten Manipulationen gegeben, um die Organzuteilung zu beeinflussen.

Professor Paolo Fornara, Leiter des Nierentransplantationszentrums in Halle, bedauerte beim Urologen-Kongress in Düsseldorf, dass diese gute Nachricht leider wesentlich weniger Aufmerksamkeit erzeugt hat als die Manipulationsbelege bei Lebertransplantationszentren im letzten Jahr.

Bei 799 geprüften Nierentransplantationen in 17 Transplantationszentren fanden sich nur in vier Fällen Verstöße, die alle als nicht systematische, unabsichtliche Fehler eingeordnet wurden, etwa ein falsch angegebenes Datum der Erstdialyse.

Bei weiteren elf kombinierten Nieren- und Pankreas-Transplantationen in neun Zentren fanden sich keine weiteren Verstöße. Eine Bevorzugung von Privatpatienten ließ sich nirgends erkennen.

Der aktuelle Bericht der Prüfungskommission wurde am 30. September veröffentlicht. Er umfasst Daten von 1090 Organspendeempfängern aus 32 Zentren. (fk)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Sepsis – "häufigste vermeidbare Todesursache im Land"

Alle sechs bis sieben Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Sepsis. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar. Ärzte, Patientenschützer und Politiker fordern jetzt: Die Blutvergiftung muss als Notfall akzeptiert werden. mehr »

"Hacker kommen wie durch eine offene Tür in Arzt-Systeme"

Nehmen niedergelassene Ärzte Gefahren durch Cyber-Angriffe ernst genug? Sie selbst glauben das mehrheitlich. Ein Sicherheitsexperte gießt Wasser in den Wein. mehr »