Apotheker plus, 24.11.2011

Wie gehts weiter mit der ApBetrO?

Erleichterungen bei Filial-apotheken sind nicht nur der Apothekerschaft ein Dorn im Auge. Auch einige Bundesländer sehen das offenbar kritisch.

NEU-ISENBURG (run). In großer Einigkeit haben sich alle in der ABDA vertretenen Verbände und Kammern gegen die im Entwurf zur neuen Apothekenbetriebsordnung vorgesehenen Erleichterungen für Filialapotheken ausgesprochen.

Aber auch in einigen Bundesländern scheint man wenig Gefallen an einer solchen Änderung zu finden. Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium kritisierte etwa, dass es in dem Entwurf Punkte gebe, die die gewünschte Qualitätsverbesserung grundlegend in Frage stellen.

So sei die vorgesehene Privilegierung von Apotheken im Filialverbund bei der Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln bzw. Ausgangsstoffen sowie im Apothekennotdienst abzulehnen.

Kritik an QMS und Botendiensten

"Dadurch wird ein Paradigmenwechsel hinsichtlich der Apothekenausstattung und der Tätigkeiten in Apotheken eingeleitet, der die ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung, insbesondere in Flächenländern gefährdet", heißt es in der Stellungnahme.

Wie die Apothekerorganisationen hatten auch die Bundesländer bis zum 18. November Zeit, eine Stellungnahme an das BMG zu richten. So gab es dem Vernehmen nach auch aus Hessen und Nordrhein-Westfalen Anmerkungen zu den Plänen für Apothekenfilialen.

Die deutliche Kritik an diesem Punkt, aber auch bei weiteren Themen wie QMS und Ausweitung der Botendienstregelung war möglicherweise auch der Anlass, am kommenden Montag nochmals fast 40 Apothekerverbände zu einer weiteren Gesprächsrunde ins Bundesgesundheitsministerium einzuladen.

Wunder Punkt Filialen

"Es gibt noch Klärungsbedarf bei der Novellierung der Apothekenbetriebsordnung", bestätige ein Sprecher des Ministeriums. Welche Bereitschaft für Änderungen am derzeitigen Entwurf allerdings vorhanden ist, ließ er offen.

"Es gibt nach diesem Treffen hoffentlich noch den ein oder anderen Punkt, der revidiert wird", so der Geschäftsführer des hessischen Apothekerverbands Jürgen Schneider im Gespräch mit ApothekerPlus.

Gerade die künftige Gestaltung von Filialbetrieben sei ein wunder Punkt. "Hier geht es um eine möglicherweise systemrelevante Änderung", betonte er.

Fraglich sei auch, ob eine Lockerung der Botendienstregelung letztlich Apotheken nutze. Das Thema Randsortiment wird aus seiner Sicht im Vergleich dazu eher ein bisschen hochgespielt.

Hier gelte letztlich, dass nicht das Warenlager und die Breite des Sortiments etwas über die Beratungsqualität in einer Apotheke aussagten.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Mikroben – Heimliche Heiler

Jede zweite Zelle in und auf uns gehört einer Mikrobe. Durch die erfolgreiche Behandlung mit fäkalen Mikrobiota – zum Beispiel bei Autismus – hat die Mikrobiomforschung an Fahrt gewonnen. mehr »

Junge Besucher waren "Verjüngerungskur für DGIM"

Die "Ärzte Zeitung" hat den letzten DGIM-Kongresstag mit der Kamera begleitet. Tagungspräsident Sieber hat uns dabei Rede und Antwort gestanden – und erzählt, was ihn in den Tagen begeistert hat. mehr »

628 Kliniken soll Geld gestrichen werden

Hunderte Krankenhäuser sollen nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses keinen Zuschlag mehr für die Notfallversorgung erhalten. mehr »