Ärzte Zeitung online, 27.05.2011

EHEC: "Der Ausbruch geht weiter"

Die EHEC-Welle in Deutschland ist noch immer nicht vorüber. Allein seit Donnerstag sind dutzende neue Fälle der schweren Komplikation HUS hinzugekommen. Trotz des Fundes belasteter Salatgurken warnen die Behörden weiter auch vor Salat und Tomaten.

EHEC: "Der Ausbruch geht weiter"

© dpa

BERLIN (nös). "Der Ausbruch ist noch nicht vorüber." Auf diese knappe Formel bringt es Professor Reinhard Burger, der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI). Im "ARD-Morgenmagazin" sprach er am Freitag von rund 60 neuen Fällen, die an dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erkrankt sind.

Burger weiter: "Das zeigt, das es kein rein lokales Geschehen ist. Hier ist etwas, das flächig verbreitet wird. Wir müssen uns klar machen, dass das eine ernste Erkrankung ist." Jetzt stehe der Schutz der Gesundheit im Vordergrund.

Den am Donnerstag bekanntgegebene Fund kontaminierter Salatgurken in Hamburg nannte Burger einen ersten Erfolg. Aber: "Es müssen weiter die Infektionswege aufgeklärt werden."

Die Warnung, Blattsalate und Tomaten in Norddeutschland roh zu verzehren, behielt er aufrecht. "Wir können nicht ausschließen, dass andere Lebensmittel betroffen sind".

Schließlich sei die "epidemiologische Detektivarbeit, auf die ich auch ganz stolz bin", über das Wochenende in der Lage gewesen, diese Lebensmittel als Risiko zu identifizieren. Diese Quellen müssten jetzt alle untersucht werden.

"Wir wissen gar nicht, welche Gemüse verantwortlich waren für die Infektion", gab er zu bedenken. Die Herkunft der Lebensmittel müsse detailliert aufgeklärt werden. Zuständig seien nun die Lebensmittelbehörden.

[29.05.2011, 16:59:33]
Dr. Anton Safer 
Praktisches Handeln gefragt - und ganz einfach!
Wenn man derzeit schon außer der Empfehlung "gut waschen" nicht viel gegen die Infektion ausrichten kann, dann sollte man wenigstens praktische Empfehlungen geben können, wie man sich bei BEGINNENDEN Durchfällen gegen den Erreger wehren kann.
Bei nicht ganz so starken Durchfällen und noch nicht in Gang gekommener Intoxikation hilft in fast allen Fällen die Moro´sche Karottensuppe.
Professor Ernst Moro (arbeitete damals an der Kinderklinik Heidelberg) hat 1908 publiziert, dass man selbst starke Durchfälle mit einer simplen Karottensuppe innerhalb von 2-3 Tagen stoppen kann.
Das Rezept: 1 kg Möhren, 1 l Wasser, 1 Esslöffel Kochsalz LANGSAM 60-90 Minuten weich kochen, dann pürieren. Heute weiss man warum dieses simple Rezept wirksam ist: die entstandenen Oligogalakturonsäuren blockieren den von den Bakterien bevorzugt angesteuerten GAL-1-4-Gal-Rezeptor im Darm. Sozusagen eine Schutzkappe gegen Eindringen in die Darmwand und Aufnahme in die Blutbahn. Der Wirkmwechanismus ist geklärt. Wer´s nicht glaubt kann hier nachlesen:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1399-3038.2010.01062.x/abstract zum Beitrag »
[29.05.2011, 00:34:54]
Dr. Anton Safer 
Praktisches Handeln gefragt - und ganz einfach!
Wenn man derzeit schon außer der Empfehlung "gut waschen" nicht viel gegen die Infektion ausrichten kann, dann sollte man wenigstens praktische Empfehlungen geben können, wie man sich bei BEGINNENDEN Durchfällen gegen den Erreger wehren kann.
Bei nicht ganz so starken Durchfällen und noch nicht in Gang gekommener Intoxikation hilft in fast allen Fällen die Moro´sche Karottensuppe.
Professor Ernst Moro (arbeitete damals an der Kinderklinik Heidelberg) hat 1908 publiziert, dass man selbst starke Durchfälle mit einer simplen Karottensuppe innerhalb von 2-3 Tagen stoppen kann.
Das Rezept: 1 kg Möhren, 1 l Wasser, 1 Esslöffel Kochsalz LANGSAM 60-90 Minuten weich kochen, dann pürieren. Heute weiss man warum dieses simple Rezept wirksam ist: die entstandenen Oligogalakturonsäuren blockieren den von den Bakterien bevorzugt angesteuerten GAL-1-4-Gal-Rezeptor im Darm. Sozusagen eine Schutzkappe gegen Eindringen in die Darmwand und Aufnahme in die Blutbahn. Der Wirkmwechanismus ist geklärt. Wer´s nicht glaubt kann hier nachlesen:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1399-3038.2010.01062.x/abstract zum Beitrag »
[27.05.2011, 14:49:50]
Dr. Joachim Malinowski 
"Stolz auf epidemiologische Detektivarbeit..."
"...Burger weiter: "Das zeigt, das es kein rein lokales Geschehen ist. Hier ist etwas, das flächig verbreitet wird..."

Es wurden 4 (!!!) Gurken mit EHEC gefunden, drei aus Spanien, eine von unbekannt. Obendrein ist vollkommen unklar, wie die Keime auf die Gurken gekommen sind (ob in Spanien oder in Hamburg).

Wo sind die anderen Quellen mit den Keimen geblieben, die ja die Menschen infiziert haben?

Warum gibt es denn in Spanien oder sonstwo keine Erkrankungsfälle?

Wo kommen aber die ständig neuen Infektionsfälle her? Die Inkubationszeit sei doch nur 2-10 Tage!

Mir sieht das wie ein Kurzschluß im Gehirn aus: ein Schuldiger wurde benannt, ob es nun stimmt oder nicht.

Viele Fragen, leider keine schlüssigen Antworten, nur Verdächtigungen und Mutmaßungen.

"Zuständig seien nun die Lebensmittelbehörden". Der schwarze Peter ist verschoben worden. Das kann ja nur schief gehen.

Ich halte dieses Vorgehen für unverantwortlich.

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