Ärzte Zeitung online, 25.06.2011

Sprossen in Frankreich unter EHEC-Verdacht

PARIS (dpa). Sprossen könnten nun auch in Frankreich mehrere EHEC-Fälle ausgelöst haben. In der Region Bordeaux wurden am Freitag zehn Menschen wegen auffälliger blutiger Durchfälle behandelt.

Bei ersten Untersuchungen seien bei zwei Patienten EHEC-Keime des aggressiven Stamms O104 gefunden, teilte die regionale Gesundheitsbehörde mit.

Von den zehn erkrankten Personen wurden am Freitagabend sieben im Krankenhaus behandelt. Mindestens sechs sollen auf einem Fest in Bègles Sprossen gegessen haben, die über Suppen gestreut worden waren.

Fünf Patienten litten an dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS).

EHEC-verdächtige Sprossensamen aus England

Die Sprossensamen, die die neuen EHEC-Fälle ausgelöst haben sollen, stammen nach französischen Regierungsangaben aus Großbritannien. Die im Raum Bordeaux erkrankten Menschen hatten Sprossen von Senf, Bockshornklee und Rucola gegessen.

Der Staatssekretär für Verbraucherschutz, Frédéric Lefebvre, nannte am Freitagabend den britischen Saatgut- und Pflanzenversand Thompson & Morgan als Lieferanten der fraglichen Samen.

Die Firma habe die französische Gartencenter-Kette Jardiland beliefert. Aus dort gekauften Samen haben städtische Angestellte nach Angaben der Zeitung "Le Figaro" dann die Sprossen gezogen, die bei einer Party in einer Kinderkrippe verzehrt wurden.

Lefebvre verlangte einen sofortigen Verkaufsstopp dieser Samen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Frühstück zu verzichten erhöht Diabetes-Gefahr

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Grünes Licht für die MWBO-Novelle

Weniger Richtzeiten und kompetenzbasiertes Lernen: Der Vorstand der Bundesärztekammer hat die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung beschlossen. mehr »

Verdacht auf Kindesmisshandlung? Das sollten Ärzte dann tun

Haben Ärzte den Verdacht, dass ein Kind vernachlässigt, misshandelt oder gar missbraucht wird, sollten sie umgehend tätig werden. Wie sie vorgehen sollten, erläutert Oliver Berthold, Leiter der Kinderschutzambulanz in Berlin. mehr »