Ärzte Zeitung online, 05.09.2011

Sprossensamen: EU erwägt Ende des Importstopps

Sprossensamen: EU erwägt Ende des Importstopps

Samen von Bockshornklee sollen Auslöser der EHEC-Epidemie gewesen sein - importiert aus Ägypten. Am Nil suchten Fachleute nach den Bakterien. Sie fanden nichts. Die EU erwägt nun offenbar, das Importverbot zu lockern.

BRÜSSEL (dpa). Nach dem Ende der EHEC-Epidemie könnte die Europäische Union das seit zwei Monaten geltende Einfuhrverbot für bestimmte Sprossensamen aus Ägypten womöglich bald lockern.

Experten aus den Mitgliedsstaaten werden Ende September darüber beraten. Das sagte der Sprecher des EU-Verbraucherschutzkommissars John Dalli am Montag in Brüssel. Er bestätigte damit Berichte aus der vergangenen Woche.

Möglicherweise könne man den Importstopp auf einige Sprossensamen eingrenzen. "Zeitlich ist das Verbot bis 31. Oktober befristet, an ein vorzeitiges Ende wird nicht gedacht", sagte der Sprecher.

Das Einfuhrverbot gilt derzeit nicht nur für ägyptische Bockshornklee-Samen, die für den EHEC-Ausbruch in Deutschland und Frankreich verantwortlich gemacht werden, sondern unter anderem auch für Sojabohnen und Ölsamen zur Sprossenherstellung. Insgesamt sind 15 verschiedene Samenarten betroffen.

Abschlussbericht noch nicht veröffentlicht

Anfang Juli hatte die EU deren Import aus Ägypten untersagt; bereits gelieferter Bockshornklee-Samen musste vom Markt genommen werden.

Die ägyptische Regierung hatte dagegen protestiert, immerhin exportierte das Land 2010 rund 49.000 Tonnen dieser Samen im Wert von 56 Millionen Euro in die EU.

Experten der EU hatten sich jüngst vor Ort in Ägypten ein Bild der Lage gemacht. "Ihr Abschlussbericht ist noch nicht veröffentlicht", sagte der Kommissionssprecher.

Berichten zufolge wurden die Fahnder am Nil allerdings nicht fündig. Trotz des positiven Berichts verlange die EU von den ägyptischen Behörden aber mehr Tests, hieß es nun aus Brüsseler EU-Kreisen.

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