Ärzte Zeitung, 24.10.2010
 

Ehrung für Ideen und Solidarität

Ehrung für Ideen und Solidarität

Deutschland hat Innovationen - und einen langen Atem, sie für die Praxis nutzbar zu machen. Und es gibt lebendige Solidarität der Menschen untereinander.

Von Helmut Laschet

Ehrung für Ideen und Solidarität

Gruppenbild mit Gewinnern (von li.): Dr. Philipp Rösler, Dr. Helge Braun, Jutta Oellig, Harm van Maanen, Dr. Kristina Lorenz, Dr. Engelbert Günster, Alexander Dettmer, Stephan Schumacher.

© Paul Ridderhof

Um diese Leistung auszuzeichnen, haben Springer Medizin und die "Ärzte Zeitung" den Galenus-von- Pergamon-Preis und seit 2009 den CharityAward geschaffen. Denn weder Innovation noch Solidarität sind selbstverständlich. "Ich mache mir Sorgen, dass medizinische Forschung in Deutschland nicht ausreichend gewürdigt wird", sagte Harm van Maanen, Executive Vice President von Springer Medizin, und fügte als Beispiel an: "Wenn der TÜV nicht TÜV wäre, sondern das IQWiG, dann gäbe es keine Hybrid-Autos, weil ein Mehrnutzen nicht erkennbar ist, diese Autos im Moment aber teurer sind."

Gerade in wohlhabenden Gesellschaften ist die Akzeptanz von Innovationen schwierig, beklagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Dr. Helge Braun. Innovation werde akzeptiert, wenn sie greifbar und spürbar ist. Das sei bei langen Entwicklungszeiten in der medizinischen Forschung, etwa in der Stammzellforschung, nicht der Fall. Mit der Auszeichnung von Innovationen unterstütze Springer Medizin den gesellschaftlichen Diskurs über Zukunftstechnologien, so Braun.

Gerade die in Deutschland überraschend schnell überwundene Finanz- und Wirtschaftskrise habe offenbart, wie bedeutend die Hochtechnologie als Lokomotive ist, die die gesamte Volkswirtschaft aus dem Tal zieht. Genau diese Branchen haben die Krise am besten überstanden, sie sichern Deutschland im Moment den Vorsprung.

Umso bezeichnender die Entscheidung der Jury: Ausgezeichnet wurden zwei Arznei-Innovationen, die beide aus deutscher Forschung stammen. Eines, Pradaxa®, wurde über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten erforscht und entwickelt - ein Symbol für die Risikobereitschaft und Beharrlichkeit der Forscher und ihres Unternehmens. Das andere, Removab®, ist eine biotechnologische Entwicklung und somit ein Sinnbild für die Leistungsfähigkeit der Gentechnik-Branche, die vor 20 Jahren gerade in Deutschland noch hoch umstritten war.

Dass Solidarität nicht nur ein Rechtsanspruch gegen den Staat ist, sondern von Menschen initiiert und praktiziert wird, dokumentiert der jetzt zum zweiten Mal vergebene CharityAward. Zum einen deshalb, weil die Jury eine beeindruckende Zahl von Bewerbungen beurteilen musste. Exzellent ist aber auch die Leistung einzelner Organisationen. Es war Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, der den diesjährigen Preisträger, die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei auszeichnete: "Das ist gelebte Subsidiarität und Solidarität."

Zur Bildergalerie mit Bildern von der Preisverleihung

Weitere Infos über die Gewinner des Galenus-Preises:
Galenus-Preis für Arznei-Innovationen und Grundlagenforschung verliehen

Weitere Infos zum Gewinner des Charity-Awards:
Menschen verbinden, um Leben zu retten

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

So schützen sich Krebskranke vor Stigmatisierung

Wer an Krebs erkrankt, muss sich auch mit der damit verbundenen Stigmatisierung auseinandersetzen. Forscher raten zu gezielten Gegenstrategien. mehr »

Kassen rücken beim Arztinfo-System von der Steuerung via Ampel ab

Nutzenbewertungen neuer Arzneimittel durch den GBA finden bei Ärzten bisher oft nur wenig Beachtung. Ein Arztinfo-System soll das ändern. Der GKV-Spitzenverband hat dafür jetzt einen Prototypen präsentiert. mehr »

Sport tut den Gelenken gut - auch bei Multimorbidität

Selbst Arthrosepatienten mit schweren Begleiterkrankungen profitieren von regelmäßigem körperlichem Training. Es gibt allerdings eine Voraussetzung. mehr »