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Ärzte Zeitung online, 20.10.2017
 

Galenus-von-Pergamon-Preis 2017

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Träger des Galenus von Pergamon-Preises und des CharityAwards vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, so die Jury.

Gala mit Herz und Verstand

Festliche Gala mit glücklichen Preisträgern und Jury-Mitgliedern des Galenus-von-Pergamon-Preises und des Charity-Awards. Zusammen mit den Gastgebern von Springer Medizin und Sponsoren feierten sie im Berliner AXICA.

© David Vogt

BERLIN. Wie wird die nächste Bundesregierung wohl die Gesundheitspolitik und die Förderung der Gesundheitsforschung gestalten? Diese Frage schwebte am Donnerstagabend bei der Springer Medizin Gala angesichts der gerade begonnenen Sondierungen zur Bildung einer neuen Regierung über vielen Diskussionen zwischen den rund 200 Gästen aus Medizin, Politik, Forschung und Industrie. Und sie schwang auch in allen Reden zum Galenus-von-Pergamon-Preis und zum CharityAward, die beide an diesem Abend im Kongresszentrum AXICA in Berlin übergeben wurden, mit.

"Derzeit scheinen die Rahmenbedingungen für die Forschung nicht schlecht zu sein", sagte Joachim Krieger, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Springer Medizin, als Gastgeber zu Beginn der Veranstaltung. Elf Bewerber aus der Industrie und fünf Gruppen aus der Grundlagenforschung um den begehrten Galenus-Preis zeigten dies deutlich. Nun gehe es darum, dass nach dem Ende des Pharma-Dialogs "die Rahmenbedingungen für eine prosperierende Forschungslandschaft erhalten bleiben". Krieger betonte, wie sehr die beiden von Springer gestifteten Preise zusammengehörten: Die Forscher zu neuen Medikamenten vermittelten Hoffnung auf Heilung, "andere vermitteln Hoffnung auf Hilfe, indem sie sich um die Kranken und Schwachen der Gesellschaft kümmern" – Herz und Verstand, zwei Seiten einer Medaille.

Impressionen vom Galaabend im Video. © Krause

Auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Dr. Georg Schütte ging auf die Sondierungsgespräche ein: Es gehe um ein "hartes Ringen um die Forschungsförderung für die nächsten zehn Jahre – in Etappen von jeweils vier Jahren", sagte Schütte, der in Vertretung der Schirmherrin, Ministerin Professor Johanna Wanka, die Galenus-Preise übergab. Die Beteiligten in den Runden, seien sich dessen aber durchaus bewusst, dass Forschungsförderung einen langen Atem brauche.

Schütte spielte auf die nationale Initiative gegen Antibiotikaresistenzen an, die die alte Bundesregierung angestoßen habe. Dabei gehe es zum einen in den Grundlagen um die Target-Validierung für neue Wirkstoffe, mit der dann die Anschlussfähigkeit für die weitere Entwicklung in der Industrie hergestellt werde. "Seit 30 Jahren ist keine neue Antibiotika-Klasse entwickelt worden", erinnerte der Staatssekretär. Auch die Entwicklung von Schnelltests gegen multiresistente Antibiotika werde gefördert. Insgesamt werde die Bundesregierung 500 Millionen Euro in die Förderung der Forschung in diesem Bereich stecken.

 Nach dem G20-Gipfel in Hamburg sei für die internationale Koordination in Deutschland ein "Global AMR-Hub" für die Antibiotika-Forschung entstanden. "Dort ist mehr als Symbolpolitik betrieben worden", betonte Schütte. 500 Millionen Euro werde Deutschland in die Antibiotikaforschung stecken. Auch über die Kompetenznetzwerke für große Volkskrankheiten habe die alte Regierung die Forschung vorangebracht. Am Ende gehe es darum, Forschungsergebnisse zu erzielen, die relevant sind und die von der Forschung in die Wirtschaft transferierbar seien, betonte Schütte. "Sie sind es, die dies zum Leben bringen", sagte Schütte, an die Vertreter der Unternehmen im Publikum gewandt.

Die internationale Vernetzung von Forschung mit Hilfe der Politik war Thema beim Galenus-Preis. Doch auch die Helfer vernetzen sich und bilden Allianzen für eine effiziente Logistik und für eine verbesserte finanzielle Unterstützung. "Durch diese gemeinsame Konzentration auf ein Ziel" gewinnen die karitativen Institutionen an Reichweite, sagte Dr. Thomas Thiekötter, der Vorsitzende der Jury des CharityAwards. (ger)

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