Ärzte Zeitung, 05.07.2016

Forschung

Gesundheit und Ernährung auf Platz eins

BERLIN. Der Bereich "Gesundheit und Ernährung" wird von der Bevölkerung in Deutschland als wichtigster Forschungsbereich für die Zukunft eingestuft, dicht gefolgt von "Klima und Energie".

Das zeigt das Wissenschaftsbarometer 2016, eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage, basierend auf 1006 Telefoninterviews von TNS Emnid im Auftrag von Wissenschaft im Dialog. Als Grundgesamtheit diente die deutschsprachige Wohnbevölkerung in Privathaushalten ab 14 Jahren.

Nachrichten über Flüchtlinge und Integration sind derzeit fester Bestandteil täglicher Medienberichte. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden bei dieser Berichterstattung aber oft vernachlässigt - diese Ansicht vertreten knapp drei Viertel der Befragten. Nur jeder Fünfte sei der Auffassung, dass Fakten und Meinungen von Forschern zu Flüchtlingsfragen ausreichend berücksichtigt werden.

Die Befragung offenbart einen Trend: 41 Prozent der Befragten haben in diesem Jahr ein allgemein großes oder sehr großes Interesse an wissenschaftlichen Themen angegeben. Im ersten Wissenschaftsbarometer von 2014 waren es nur 33 Prozent.

Nach Lesart des Bundesministeriums für Bildung und Forschung macht das Wissenschaftsbarometer 2016 deutlich, dass die Menschen in Deutschland der Wissenschaft überwiegend vertrauen: 70 Prozent der Menschen widersprechen laut der Umfrage der Behauptung, dass alles in allem die Wissenschaft mehr schadet als nützt.

"Dieses Vertrauen in die Wissenschaft ist wichtig, um entscheidende Zukunftsfragen wie etwa die Digitalisierung oder die Energiewende weiter zu erforschen und voranzutreiben", kommentiert Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU).

"Der Dialog mit den Bürgern darf dabei nicht zu kurz kommen. Wissenschaft und Forschung können nur langfristig erfolgreich sein, wenn die Menschen neue Entwicklungen mittragen", ergänzt sie.

Und die Bürger in Deutschland wollen in der Tat stärker in Entscheidungen zu Wissenschaft und Forschung einbezogen werden. Im Vergleich zur Vorjahreserhebung sei der Wunsch nach Mitsprache sogar noch gestiegen - gaben im vergangenen Jahr 34 Prozent der damals Befragten an, dass sie stärker in Entscheidungen über Wissenschaft und Forschung einbezogen werden wollen, stieg der Wert auf gegenwärtig bereits 40 Prozent.

Das Wissenschaftsbarometer 2016 wird von der Philip Morris Stiftung gefördert und vom GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften unterstützt. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Wo und wann sich Patienten im Krankenhaus wohlfühlen

Die Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wo Patienten ihren Klinikaufenthalt am besten bewerten. Dabei fanden die Analysten interessante Zusammenhänge heraus. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »