Ärzte Zeitung online, 11.12.2017

MEDIT-AHF-Studie

Was nutzt Mittelmeerdiät bei Herzschwäche?

Wird durch mediterrane Ernährung ("Mittelmeerdiät") der klinische Verlauf nach akuter Herzinsuffizienz günstig beeinflusst? Ja und nein.

BARCELONA. Ob eine mediterran geprägte Ernährungsweise eingehalten wird oder nicht, scheint für das Sterberisiko von Patienten mit akuter Herzinsuffizienz ohne Bedeutung zu sein. Dagegen kann diese Art der Ernährung möglicherweise einigen Patienten zumindest Klinikaufenthalte ersparen. Dafür sprechen Ergebnisse der MEDIT-AHF-Studie (JACC Heart Failure 2017; online 6. Dezember).

In diese Studie wurden 991 relativ alte Patienten aufgenommen, bei denen zuvor eine akute Herzinsuffizienz aufgetreten war. Die Patienten oder ihre Verwandten wurden gebeten, mithilfe eines 14 Punkte-Fragebogens Auskunft über die Einhaltung bzw. Nicht-Einhaltung einer mediterranen Ernährungsweise zu geben. Je nach Punktescore wurden die Teilnehmer dann in zwei Gruppen unterteilt, nämlich in eine, die sich vorwiegend mediterran ernährte ("Adherence"-Gruppe) und eine, die entsprechenden Ernährungsregeln nicht befolgte ("Non-Adherence"-Gruppe).

Die mittlere Dauer der Nachbeobachtung betrug 2,1 Jahre. In dieser Zeit starben 569 Teilnehmer (57,4 Prozent). Die Analyse ergab keinen signifikanten Unterschied bezüglich der Mortalität zwischen den Gruppen mit und ohne mediterrane Kost.

Nach einem Jahr hatte die Mortalitätsrate 22,7 Prozent betragen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren 24,5 Prozent aller Patienten erneut in einer Notaufnahme vorstellig geworden, ohne dass jedoch eine stationäre Aufnahme erfolgte. Auch bezüglich dieser sekundären Endpunkte bestanden keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Studiengruppen.

Bei 43,7 Prozent aller Teilnehmer war im ersten Jahr ein stationärer Aufenthalt erforderlich. Im Hinblick auf diesen Endpunkt war das relative Risiko in der "Adherence"-Gruppe signifikant um 26 Prozent niedriger als in der "Non-Adherence"-Gruppe. (ob)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fischkuss bringt Angler fast um

Ein Hobbyfischer zieht eine kleine Seezunge aus dem Wasser. Kurz darauf steht sein Herz still – aber nicht vor lauter Anglerglück, wie Ärzte bald herausfinden. mehr »

CRISPR/Cas-Methode - Zwischen Zauberwerk und Hexenkunst?

Die CRISPR/Cas-Methode könnte hohen therapeutischen Nutzen stiften. Sie lässt aber auch Allmachtsfantasien blühen. Der Ethikrat sieht dies skeptisch und fordert mehr Regulierung. mehr »

Deutsches Gesundheitssystem mit Luft nach oben

Deutschland hat sein Gesundheitssystem seit der Jahrtausendwende verbessert, so eine Studie. Im Vergleich mit anderen Ländern hinkt es aber hinterher – insbesondere bei einer Krankheit. mehr »