Ärzte Zeitung, 13.04.2011

Kommentar

Schilddrüse: Prävention, die zieht

Von Angela Speth

In puncto Schilddrüse haben Präventionsmediziner offenbar leichtes Spiel. So brauchten die Veranstalter der Schilddrüsenwoche die Werbetrommel nur leise zu rühren, schon strömten die Interessenten. 4000 Ärzte beteiligen sich an der Kampagne, die Materialien gingen vorab ruckzuck weg wie warme Semmeln. Anzunehmen, dass die Patienten gefolgt sind.

Zu dieser Popularität passen die vorsichtigen Erfolge, die es jetzt nach Ultraschalluntersuchungen bei rund 700 Mitarbeitern eines Unternehmens zu vermelden gibt: Lag bei einer Parallelaktion vor sechs Jahren die Rate von Schilddrüsenveränderungen bei 33 Prozent, sind es in diesem April nur noch 25 Prozent. Das decke sich auch mit den klinischen Erfahrungen, sagt Professor Frank Grünwald von der Uniklinik für Nuklearmedizin in Frankfurt, der die betriebliche Vorsorge betreut hat.

Diesen Fortschritt kann man ruhig der Aufklärung zugute halten, wie sie die Initiative Papillon und der Arbeitskreis Jodmangel leisten: Ärzte achten verstärkt auf die Schilddrüse, Bürger essen häufiger Fisch, Bauern sorgen für jodhaltige Milch, Bäcker würzen mit Jodsalz. Resultat: Das Joddefizit geht zurück. Wissen ist wirklich ein Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.

Lesen Sie dazu auch:
Abklärung durch Palpation ist recht zuverlässig

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jeder dritte Brustkrebs im MRT übersehen

MRT-Bilder helfen, Brustkrebs früh aufzuspüren – doch in vielen Fällen gelingt das nicht. Eine niederländische Studie ergab: Jedes dritte Karzinom ist im MRT übersehen worden. mehr »

Neun Millionen Klinik-Infektionen jährlich

Infektionen in Kliniken und Pflegeheimen sind in Europa ein großes Problem. Jährlich infizieren sich dort neun Millionen Bürger, berichtet die EU-Seuchenbehörde. mehr »

Bangen und Hoffen bei Auslands-Briten

Das Ringen um einen Brexit-Vertrag geht auf die Zielgerade. Doch für EU-Bürger auf der Insel und Auslands-Briten ist es eine Zeit des Wartens. Das macht Großbritannien für qualifizierte Fachkräfte nicht attraktiver, meine unser Blogger Arndt Striegler. mehr »