Ärzte Zeitung, 30.07.2007

Sommerakademie 2007

Drei Monate oder länger Steroide - da ist Frakturschutz nötig

Kalzium plus Vitamin D als Basis / Neue Leitlinie

NEU-ISENBURG (ikr). Alle Patienten, die mindestens drei Monate systemisch Kortikoide erhalten, brauchen während der Therapie eine Fraktur-Prophylaxe. Das empfiehlt eine neue Leitlinie.

Aufgrund des erhöhten Frakturrisikos sollten alle diese Patienten eine allgemeine Prophylaxe mit Kalzium (1000 bis 1500 mg/d) plus Vitamin D3 (400 bis 1200 IU/d) bekommen. Patienten, die bei der Osteodensitometrie einen T-Score (Standardabweichung von der Knochendichte eines jungen gesunden Erwachsenen) von weniger als minus 1,5 haben, benötigen zusätzlich ein Bisphosphonat.

Osteodensitometrie: sie ist wichtig für die Auswahl der Therapie. Foto: pa

"Das war in Studien der Mittelwert, ab dem Patienten mit langfristiger Kortikoidtherapie deutlich von Bisphosphonaten profitierten", so Professor Johannes Pfeilschifter. Er hat an der neuen Leitlinie des Dachverbandes Osteologie zur Glukokortikoid-induzierten Osteoporose mitgearbeitet, die auch ein wichtiges Thema in der heutigen Sommer-Akademie ist.

30 bis 50 Prozent aller Patienten, die länger als drei Monate systemisch Kortikoide erhalten, bekommen eine Osteoporose. Besonders hoch sei der Verlust an Knochenmasse in den ersten drei bis zwölf Monaten der Behandlung, und zwar unabhängig von der Dosierung, sagte Pfeilschifter zur "Ärzte Zeitung".

Erhalten Patienten etwa ein Jahr lang systemisch Kortikoide, empfiehlt Pfeilschifter, die Fraktur-Prophylaxe noch bis zu einem Jahr danach weiter fortzusetzen. "Wir wissen, dass es nach der Kortisontherapie etwa ein Jahr dauert, bis sich das Frakturrisiko wieder dem normalen Risiko angeglichen hat. Nach einer längeren Kortikoidtherapie sind wir somit auf der sicheren Seite."

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