Ärzte Zeitung, 16.10.2007

Thüringen fördert Hausärzte in unterversorgten Gebieten

Zulagen und Hilfen bei der Gründung von Zweigpraxen / Aktion gegen Ärztemangel

WEIMAR (dür). Mit umfangreichen Fördermitteln wollen Ärzte und Krankenkassen in Thüringen Regionen mit drohender Unterversorgung für Hausärzte attraktiver machen.

Profitieren sollen nicht nur Ärzte, die sich neu niederlassen oder Praxen übernehmen. Auch bereits niedergelassene Ärzte erhalten bei hohen Fallzahlen Zulagen und Hilfen bei der Gründung von Zweigpraxen.

Das Förderpaket hat der Landesausschuss Ärzte und Krankenkassen beschlossen. Es gilt nur für Hausärzte. Gefördert werden 19 Gebiete in sieben Thüringer Landkreisen. Die Kosten der Sicherstellungsmaßnahmen tragen bis zum Jahr 2009 allein die Krankenkassen.

Wichtige Punkte des Pakets: Für jeden behandelten Patienten über dem Bundesfachgruppendurchschnitt - das sind derzeit 848 Patienten - bekommen die Hausärzte eine Zulage von 8,75 Euro pro Quartal. Ärzte, die über das 65. Lebensjahr hinaus praktizieren, erhalten auf Antrag zudem einen monatlichen Zuschuss über 1500 Euro. Praxisneugründungen, die Übernahme von Vertragsarztsitzen oder die Einrichtung von Zweigpraxen werden mit einer Investitionszulage in Höhe von 30 000 Euro gefördert. Sie wird 20 Quartale lang mit je 1500 Euro ausgezahlt. Wer sich neu niederlässt, kann noch einen rückzahlbaren Sicherstellungszuschuss über 30 000 Euro in Anspruch nehmen.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Thüringen setzt zudem das Projekt Führerschein-KV-Praxis fort, das -wie bereits berichtet - in einem Fall bereits mit der Praxisübernahme durch die beschäftigte Ärztin Erfolg hatte. "Mit dem gesamten Förderkonzept bieten wir besonders jungen Hausärzten attraktive Rahmenbedingungen, die sie motivieren können, eine schlechtere Versorgung der Thüringer Bürger abzuwenden", hofft Hausärztin und KV-Chefin Regina Feldmann.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Positives Signal für Hausärzte

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