Ärzte Zeitung, 07.11.2008

Gemeinsame Bewerbung von KV und Hausärzten

AOK Niedersachsen schreibt Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung aus / Beitritt weiterer Verbände möglich

HANNOVER (cben). Die traditionell enge Verbindung zwischen den Hausarztverbänden in Niedersachsen und der KV Niedersachen wird ausgebaut.

Jetzt wollen sich KVN, der Hausärzteverband - Landesverbände Niedersachsen und Braunschweig und der Verband Hausärztlicher Internisten Niedersachsen (VHIN) als Bietergemeinschaft auf die Ausschreibung der AOK Niedersachsen für eine hausarztzentrierte Versorgung bewerben.

Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten die Vorsitzenden der beteiligten Verbände, Eberhard Gramsch (KVN), Heinz Jarmatz vom Hausärzteverband, Landesverband Niedersachsen, Carsten Gieseking vom Hausärzteverband, Landesverband Braunschweig und Manfred Oberthür (VHIN) in Hannover.

"Die Reihen der niedersächsischen Ärzteschaft bleiben geschlossen", kommentierte der KVN-Chef Eberhard Gramsch die Entscheidung. "So können wir einer Zersplitterung der ärztlichen Interessen entgegenwirken." Heinz Jarmatz sagte: "Die Geschlossenheit der ärztlichen Verhandlungsmacht gibt uns die Chance, ein optimales Vertragspaket durchzusetzen, das neben Strukturverbesserungen für die Patienten auch Vergütungsanreize für die niedersächsischen Hausärzte mit einschließen muss." Die Bietergemeinschaft sei offen für den Beitritt weiterer interessierter Ärzteorganisationen, hieß es.

"Zusammen werden wir 100 Prozent der niedersächsischen Hausärzteschaft hinter uns haben", betonte Gramsch. Damit werde für die AOK an der Bietergemeinschaft kein Weg vorbeiführen. "Wir stehen ein für eine landeseinheitliche Weiterentwicklung der schon jetzt hochwertigen Patientenversorgung in Niedersachsen. Doch gute Leistungen haben ihren Preis."

Eine Gruppe aus Vertretern aller beteiligten Verbände sei bereits damit befasst, ein Vertragskonzept für die Bewerbung bei der AOK zu entwickeln, so KV-Sprecher Detlef Haffke. Diese Gemeinschaft soll sich bei der Konzeptionierung des ersten flächendeckenden Versorgungsmodells für Niedersachsen außerhalb der Regelversorgung bewähren. Zu Einzelheiten wollte Haffke nichts sagen - etwa, ob die KVN plane, der AOK die Abrechnung des Vertrages anzubieten.

Interessen sollen

gemeinsam vertreten werden.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Niedersachsens Ärzte auf gutem Weg

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