Ärzte Zeitung, 19.03.2004

Von Genies und ihrem hellen Wahn

"Arte"-Themenabend über das "Geheimnis der Schizophrenie" / Heute, ab 22.10 Uhr

NEU-ISENBURG (ine). "Sensibel oder wahnsinnig - das Geheimnis der Schizophrenie" ist heute, Freitag, 22.10 Uhr, Schwerpunkt des Themenabends auf "Arte".

Weltweit leiden etwa 45 Millionen Menschen unter Halluzinationen, sie haben Angstzustände, hören fremde Stimmen, fühlen sich von geheimen Mächten verfolgt. Der Themenabend will über Mythos und Wahrheit der Schizophrenie aufklären, Fehlinformationen und Vorurteile korrigieren.

Die Idee dazu hatten die Mitarbeiter des Leipziger Vereins "Irrsinnig Menschlich e.V." "Obwohl Schizophrenie heute gut behandelbar ist, gilt sie in der Öffentlichkeit als der Inbegriff psychischer Erkrankung", so Geschäftsführerin Manuela Richter-Werling in einer Mitteilung. "Menschen, die daran leiden, werden als unberechenbar, inkompetent und gefährlich angesehen", so ihre Erfahrung: "Schizophren steht oft als Metapher für etwas Negatives".

Vier Dokumentationen stehen ab 22.10 Uhr auf dem Programm. In "Der Boss ist der Patient" (22.40 Uhr) wird etwa der Psychiater Pétr Nawka vorgestellt. Er motiviert seine Patienten, sich mit den Mitteln des Videos ihrer Krankheit und ihrer Diskriminierung zu stellen. Das neue daran: Die Betroffenen selbst sind die Hauptakteure, sie informieren die Öffentlichkeit so über ihre Lebenssituation. Erzählt wird auch die Lebensgeschichte des Psychiaters. Er war selbst psychisch krank, heute ist seine Klinik in Michalovce im Osten der Slowakei Vorbild für die Psychiatrie-Reform in der Slowakei.

In dem Beitrag "Auf unbekannten Meeren - Genies und ihr heller Wahn" (23.25 Uhr) werden die Lebensgeschichten des Dichters Paul Celan, des Komponisten Robert Schumann und des Mathematikers John Forbes Nash nachgezeichnet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »