Ärzte Zeitung, 16.11.2004

Viele US-Soldaten nach Irak-Einsatz traumatisiert

WASHINGTON (dpa). Etwa jeder sechste im Irak eingesetzte US-Soldat kommt nach einer jüngsten Studie mit psychischen Problemen nach Hause. Dazu gehörten Depressionen und Angstzustände mit Schlafstörungen, wie die "Los Angeles Times" vorab aus der Studie berichtete.

15,6 Prozent der Marineinfanteristen und 17,1 Prozent der übrigen Soldaten weisen nach ihrer Heimkehr Streßsymptome auf, ergab eine Untersuchung des Walter-Reed-Heeresinstituts für Forschung.

Die Studie erfaßt 6400 Angehörige der US-Streitkräfte und berücksichtigt nur Soldaten, die über ihre Probleme selbst berichteten.

Experten vermuten, daß die Zahl der Betroffenen noch deutlich höher liegt, da viele über ihre Beschwerden schweigen. Außerdem seien nur Soldaten erfaßt, die in den ersten Monaten des Irakkriegs und damit insgesamt für eine kürzere Zeit eingesetzt waren, als das heute bei den US-Streitkräften im Irak der Fall ist.

Es sei zudem anzunehmen, daß der Widerstand in Falludscha zu weiteren Traumatisierungen führe. Es handele sich wahrscheinlich nur um die Spitze des Eisberges, zitierte die Zeitung den auf Streßerkrankungen spezialisierten Psychiatrie-Professor Matthew Friedman.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »