Ärzte Zeitung, 10.01.2005

Hilfe für deutsche Opfer

30 bis 40 Prozent leiden an Belastungsstörung

BERLIN/MAINZ (ug). Bislang wurden 7000 deutsche Urlauber aus dem Flutgebiet zurückgebracht, 130 von ihnen verletzt. Gestorben seien 60 Deutsche, vermißt würden noch 716, so die Bundesregierung am Samstag. Viele der zurückgekehrten Urlauber, aber auch Angehörige von Gestorbenen werden noch lange psychologische Hilfe brauchen.

30 bis 40 Prozent der Opfer von Naturkatastrophen leiden an einer posttraumatischen Belastungsstörung, so Regina Steil, Präsidentin der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie, in einem dpa-Gespräch. Für jüngere Menschen, vor allem Kinder, sei das Risiko größer.

Die Patienten erleben die Katastrophe immer wieder, etwa in Albträumen, sie haben Schlafprobleme, werden reizbar, aggressiv, depressiv.

Doch nicht nur Menschen, die die Katastrophe erlebt haben, brauchen jetzt psychologische Hilfe, sondern auch die, die Angehörige durch die Flut verloren haben, ist die Erfahrung des Mainzer Malteser-Rettungsassistenten Uwe Berg von Scharpen, der sieben Tage mit dem Kriseninterventionsteam der Malteser in Phuket gewesen ist.

Er rät Hausärzten, wenn sie so etwas erfahren, diesen Menschen einen Hausbesuch abzustatten und sie vorsichtig darauf anzusprechen. Dann sei Zuhören das Wichtigste. Ist professionelle Hilfe nötig, sollten Ärzte die Patienten auf die Koordinierungsstelle NOAH (Nachsorge, Opfer- und Angehörigen-Hilfe) beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn aufmerksam machen.

NOAH-Hotline für die Opfer der Flut-Katastrophe: 018 88 / 550-433

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