Ärzte Zeitung, 18.01.2005

BUCHTIP

Infos zum Thema Fahreignung

Ein älterer Mann mit beginnender Demenz verliert an einer unübersichtlichen Baustelle die Orientierung und wird zum Geisterfahrer - dabei kennt er die Strecke wie seine Westentasche durch die tägliche Fahrt zur Arbeit.

Bei vielen Patienten mit neurologischen, psychiatrischen oder internistischen Erkrankungen stellt sich irgendwann die Frage, inwieweit sie noch imstande sind, Auto zu fahren, ohne sich und andere zu gefährden. Meist wird die Antwort so lange wie möglich hinausgezögert, aber spätestens bei der Entlassung aus der Rehabilitation ist sie nicht mehr zu umgehen. Das Thema "Fahreignung" wird in einem Buch aufgegriffen, das Ärzten und Psychologen in Klinik, Rehazentrum und Praxis helfen soll zu beurteilen, ob ein Patient die Fahrerlaubnis besitzen darf oder nicht.

Juristische Gesichtspunkte kommen ebenso zur Sprache wie Kriterien der verkehrsmedizinischen Begutachtung und neuropsychologische Tests. Außerdem werden einzelne Krankheitsbilder unter diesem speziellen Gesichtspunkt besprochen, zum Beispiel Querschnittlähmung, Epilepsie, Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson, weiterhin psychiatrische Störungen und internistische Leiden wie das Schlafapnoe-Syndrom, Herzinfarkt, Diabetes oder Leberzirrhose, aber auch Seh- und Gleichgewichtsstörungen.

In dem Buch wird erörtert, inwieweit Medikamente die Fahrtüchtigkeit einschränken; der Fahrlehrer einer spezialisierten Fahrschule sowie Teilnehmer einer Selbsthilfegruppe nach Schlaganfall schildern ihren Standpunkt. Immer wieder kommt zum Ausdruck, wie sehr dieses Gebiet eine Gratwanderung darstellt zwischen dem Recht des einzelnen auf Mobilität einerseits, bei vielen eine unabdingbare Voraussetzung für Beruf und soziale Kontakte, und dem Interesse der Allgemeinheit an größtmöglicher Sicherheit im Straßenverkehr andererseits. (ars)

Christian Dettmers, Cornelius Weiller (Hrsg.), Fahreignung bei neurologischen Erkrankungen, Hippocampus-Verlag, Bad Honnef, 2004, ISBN 3-936817-10-3, 34,50 Euro

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wer viel Wasser trinkt, beugt Harnwegsinfekten vor

Den Ratschlag, viel zu trinken, sollten sich Frauen nicht nur während eines Harnwegsinfektes zu Herzen nehmen. Auch wer danach reichlich Wasser trinkt, profitiert davon. mehr »

In der Praxis oft auch knifflige AU-Fälle

Die Regeln, wie und wann ein Arzt einen Patienten krankschreiben darf, sind in der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie festgehalten. In der Praxis gibt es jedoch viele knifflige Fälle. mehr »

Handlungsbedarf bei Chronikerpauschale!

Die Chronikerzuschläge für Hausärzte bleiben eine der dringendsten Hausaufgaben für die Selbstverwaltung. Es wird Zeit, die alten bürokratischen Zöpfe abzuschneiden, meint unser Abrechnungsexperte. mehr »