Ärzte Zeitung, 25.01.2005

Ein Freiburger Wundarzt im 16. Jahrhundert

Die Zeiten im südwestdeutschen Raum - besonders im Breisgau und im Südschwarzwald sind stürmisch: Tag für Tag begehren mehr Bauern gegen ihre gestrengen Lehensherren auf. Schließlich kommt es zu Schießereien, zu Plünderungen und am Ende zu Mord und Totschlag. Mittendrin versucht ein Mann mit schulterlangen Haaren und zotteligem Bart zu helfen, wo er kann: Linus, der Wundarzt von Freiburg, versteht viel von seinem Fach.

Er weiß, welche Kräuter bei welchen Krankheiten anzuwenden sind und wie man mit den bescheidenen damaligen Mitteln des beginnenden 16. Jahrhunderts kleine chirurgische Eingriffe vornehmen kann. Doch Linus ist nicht nur Praktiker, sondern (insgeheim) auch Wissenschaftler: Im Verborgenen seziert er Leichen jeglicher Art, um daraus Rückschlüsse auf Anatomie und Physiologie verschiedener Organe ziehen zu können.

Sein treuer Begleiter, der heimatlose 16jährige Lukas, den er eines Tages in Staufen aufliest, reist mit ihm durch die Lande und wird mehr und mehr zum unentbehrlichen Helfer des knorrigen und nicht immer gerade freundlichen Wundarztes.

Hans Joachim Heilmann gelingt es in seinem Buch nicht nur, die Zeitläufte wirklichkeitsgetreu und vor allem spannend darzustellen, sondern auch medizinhistorisch genauso zu erzählen, daß sich nicht nur Ärzte und Angehörige der Heilberufe angesprochen fühlen können, sondern auch medizinische Laien jeglicher Couleur - bis hin zu wißbegierigen Jugendlichen ab 16. (FHV)

Hans Joachim Heilmann: "Linus - der Wundarzt von Freiburg". 417 Seiten. Schillinger Verlag, Freiburg.

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