Ärzte Zeitung, 07.03.2005

KOMMENTAR

Psychologische Hilfe, die ankommt

Von Ursula Gräfen

Neun von zehn Flut-Opfern in Südasien haben psychische Probleme und brauchen dringend Hilfe. Diese Hilfe versuchen die WHO und andere Organisationen auch zu geben. Nur, das ist gar nicht so einfach - nicht nur wegen der Manpower, vor allem wegen kultureller Barrieren.

Die Menschen in den Flut-Ländern nehmen solche Hilfe von außen nicht an, weil sie das als ein Zeichen von Schwäche werten. Sie versuchen lieber, Probleme in der Familie zu klären. Dort aber werden sie nicht geklärt. Wie auch, wenn ganze Familien ähnliche Symptome haben.

Man sollte gar nicht erst versuchen, nach westlichem Muster einzugreifen, sondern nur zuhören, berichteten Inder, die jetzt extra für die psychologische Hilfe von Flut-Opfern ausgebildet worden sind, im "Lancet". Und es gelte, die Betroffenen zum Wiederaufbau zu bewegen. Das holt die Menschen am besten aus ihrer Starre.

Lesen Sie auch:
Dengue- und Diarrhoe-Gefahr in den Flut-Regionen

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