Ärzte Zeitung, 20.04.2005

BUCHTIP

Endlich ein Baby - ein Wunsch vieler Paare

63 Treffer liefert uns Amazon, gibt man als Stichwort "Kinderwunsch" ein; 64 sind es ab sofort mit dem Buch von Professor Klaus Diedrich und seiner Co-Autorin Simone Kunz. Das Buch lohnt sich für Betroffene und nicht-spezialisierte Ärzte gleichermaßen.

Diedrich, Chef der Uni-Frauenklinik Lübeck, ist ein anerkannter Reproduktionsmediziner, so daß der Leser sich auf sachlich richtige Informationen verlassen kann. Kunz sorgt für eine Sprache, die Nicht-Mediziner verstehen und die Mediziner nicht langweilt.

Unmißverständlich beschreiben die Autoren zunächst den weiblichen Zyklus mit seinen Tricks, denn gar nicht so selten verpassen Paare die fruchtbare Zeit, weil sie die Abläufe im weiblichen Körper nur ungenügend kennen.

Aufgeräumt wird dabei gleich mit der Mär von der unendlichen Fruchtbarkeit. Behandlungskosten, Zahlen zur Reproduktionsmedizin in Deutschland und Hinweise, was Paare selbst tun können, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu steigern, bilden die Hintergrundinformationen im ersten Teil.

Anschließend werden die möglichen Ursachen der Kinderlosigkeit auf weiblicher und männlicher Seite erklärt. Es ist und bleibt zum Beispiel ein Kunstfehler, das Spermiogramm ans Ende aller Diagnostik zu stellen.

Jede mögliche Therapie wird ausführlich erklärt, ein Tag einer IVF-Behandlung durchgespielt. Sehr klar machen die Autoren die Grenzen der Reproduktionsmedizin und erklären, wie man die reproduktionsmedizinischen Zentren an Hand der veröffentlichten Zahlen bewerten kann. Konkrete Fragen, die IVF-Patientinnen umtreiben, runden diesen Buchabschnitt ab. Bei einigen Unterkapiteln wie "Abbruch oder Punktion" und "Konservierung von tiefgefrorenen Eierstockgewebe" könnten die Informationen jedoch ausführlicher und konkreter sein.

Besonders hilfreich sind die letzten Kapitel des Buches, in dem es um Behandlung im Ausland, Adoptionen und das Bewältigen von Fehlgeburten geht. So werden zum Beispiel die Vorteile einzelner Verfahren besprochen und bewertet, die in ausländischen Kliniken angeboten werden. Auch einige Kontaktadressen werden genannt.

Das Problem von Fehlgeburten wird ausführlich dargestellt, und die Autoren weisen auf mögliche Ursachen und Bewältigungs-Strategien hin. Das Kapitel "Adoption" macht vor allem Hoffnung auf Kinder aus dem Ausland. Abgerundet wird der verständlich geschriebene Ratgeber mit Internetadressen. (lof)

Klaus Diedrich, Simone Kunz: Endlich ein Baby! Droemer Knaur, 2005. 1. Aufl. 160 Seiten 25 Farbfotos, 16,90 Euro. ISBN 3-426-64167-4

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »

Mit Geriatrietests zur Diabetestherapie à la carte

Der eine ist fit, der andere gebrechlich: Alte Menschen mit Typ-2-Diabetes brauchen individuelle Therapieformen. Ein Geriater gibt Tipps. mehr »