Ärzte Zeitung, 27.07.2005

Bitter schmecken können Menschen seit 80 000 Jahren

CAMBRIDGE (ddp.vwd). Die Fähigkeit zum Schmecken von Bitterstoffen hat sich in der Entwicklungsgeschichte des Menschen bereits vor mindestens 80 000 Jahren entwickelt. Damit konnten die frühen Menschen die häufig bitteren giftigen Pflanzen leichter von eßbaren unterscheiden. Das haben Wissenschaftler aus den USA, England und Deutschland jetzt bei einer Gen-Analyse nachgewiesen.

Nicole Soranzo vom University College in London und ihre Kollegen werteten für ihre Untersuchung das Genmaterial von knapp 1000 Probanden aus 60 verschiedenen Volksgruppen aus ("Current Biology" 15, 2005, 1257).

Dabei konnten sie ein spezielles Gen ausfindig machen, das für das Schmecken von unter anderem cyanidhaltigen Substanzen wichtig ist. Diese Stoffe kommen beispielsweise in manchen Früchten oder Blättern vor, sind jedoch meistens giftig.

Die Fähigkeit, zuverlässig Bitterstoffe zu erkennen, war deshalb für den frühen Menschen ein evolutionärer Vorteil. Diese besondere Genvariante bildete sich bereits früh in der Menschheitsgeschichte aus. Demnach besaßen die Vorfahren des modernen Menschen die Mutation schon vor 80 000 bis 800 000 Jahren.

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